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Auktion: 460 / Contemporary Art am 09.12.2017 in München Lot 116001014

 
Objektbeschreibung
Ohne Titel (crotch). 2007.
Öl auf MDF.
Verso signiert und datiert. 107 x 149 cm (42,1 x 58,6 in).

PROVENIENZ: Casey Kaplan Gallery, New York.

AUSSTELLUNG: Freisteller - Villa Romana Preisträger 2008 im Deutschen Guggenheim Berlin, 2008, S. 52.

Aufrufzeit: 10.12.2016 - ca. 14.48 h +/- 20 Min.

Essay
Julia Schmidt ist eine der aufstrebenden und innovativsten Künstlerinnen innerhalb der gegenwärtigen Figuration. Im Jahr 1995 schreibt sie sich an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst ein. Nach drei Jahren wechselt Julia Schmidt an die Glasgow School of Art, wo sie 2000 den Bachelor ablegt. Im Jahr darauf folgt das Diplom in Leipzig. Obwohl Julia Schmidt als figurative Malerin, die in Leipzig lebt und an der Hochschule für Grafik und Buchkunst ihre Ausbildung empfängt, prädestiniert für das Label "Neue Leipziger Schule" wäre, verweigert sie sich der Zugehörigkeit zu den Künstlerkreisen um Neo Rauch. Sie begibt sich nicht ins Fahrwasser des mit Pathos getränkten, neosurrealen Stils der Leipziger Kollegen und lässt sich nicht von der kommerziellen Welle mittragen. Denn Julia Schmidt sucht ihren ganz eigenen Weg. Ihre Werke erscheinen nüchterner und schlichter als die der Neuen Leipziger Schule, befassen sich nicht selten auch mit Banalitäten und Nebensächlichkeiten, ohne Angst vor dem Schmutzigen. So auch bei unserem Bild, dessen Untertitel "crotch", englisch für Schritt oder auch Astgabel, das Motiv benennt. Es zeigt in Nahaufnahme den Schritt eines Mannes, der mit gespreizten Beinen gleichsam einer Astgabel auf einem Stuhl sitzt. Kern dieser Bilder ist die Befragung von Malerei selbst: In ihren Gemälden interessiert sich Julia Schmidt, ausgehend von bestehenden Bildern wie Fotografien oder Videostills, für den malerischen Prozess und seine Wirkung. Dabei wird der Gegenstand bis an die Grenzen der Abstraktion verfremdet. Auch bei unserem Werk bedarf es eines zweiten Blicks, um der Kontur einen Sinn zuordnen zu können - nimmt das Auge auf den ersten Blick doch zunächst die in der Malweise spannungsvoll unterschiedlich behandelten Bildflecken eher ungegenständlich wahr. So entstehen Werke von ergreifender Lakonie und zugleich großer sinnlicher Kraft, die den Betrachter in Gedanken über Wert und Sinn des Dargestellten versetzen. Julia Schmidt macht mit ihrer charakteristischen und eigenständigen Kunst mehr und mehr auf sich aufmerksam. Die 2008 mit dem Villa Romana Preis und 2006 mit dem Kunstpreis der Sachsen LB geehrte Malerin bespielt Einzelausstellungen beispielsweise in New York (2006, 2008), Berlin (2010) und Rom (2012) sowie 2007 im Museum der bildenden Künste in Leipzig und 2013 in der Sammlung Philara in Düsseldorf. Julia Schmidt lebt und arbeitet in Leipzig. [FS]

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe
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Bei Objekten, deren Künstler nicht bereits vor mindestens 70 Jahren verstorben ist, fällt eine Folgerechtsumlage i.H. von 1,5% zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer an.
116001014
Julia Schmidt
Ohne Titel (crotch), 2007.
Öl
Schätzpreis: € 5.000 - 7.000
+
 


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