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Auktion: 441 / Contemporary Art am 11.06.2016 in München Lot 818

 
Objektbeschreibung
Evangelist. 2007.
Mischtechnik. Acryl-Gel auf Edelstahl.
Verso signiert, datiert und bezeichnet. 220 x 146 x 10,5 cm (86,6 x 57,4 x 4,1 in).

PROVENIENZ: Galerie Thaddaeus Ropac, Salzburg.

AUSSTELLUNG: Goslar 2008, For God's sake. Museum Mönchehaus, 09. Februar - 13. April 2008.

LITERATUR: Kat. Jason Martin. For Gods Sake, hg. von Udo Kittelmann, Kerber-Verlag, 2008.

Essay
Jason Martin gehört zu den wichtigen Vertretern der gegenwärtigen Abstraktion Englands. Als Künstler entwickelt Jason Martin einen überaus charakteristischen, der Abstraktion verpflichteten Stil. Anregungen für seine Kunst kann Jason Martin aus dem Abstrakten Expressionismus der Nachkriegszeit ziehen. Dessen instinktiven, ausdrucksstarken Zugriff und Materialreichtum vereint er mit der klaren Ästhetik des Minimalismus. Ausgangspunkt seiner Gemälde sind spiegelnde Aluminium-, Edelstahl- oder lichtdurchlässige Plexiglasscheiben mit monochromem Öl- oder Acrylauftrag. Dabei sind die reliefartigen Strukturen des Farbauftrages das eigentliche Thema der Werke, die er mittels eines eigens angefertigten, großflächigen Pinsels erzielt. Diese werden, ohne abzusetzen, durch die dicke Farbe gezogen. Es entsteht eine gekämmte Struktur, die im Spiel mit der jeweiligen Beschaffenheit von Farbe und Trägermaterial immer neue spektakuläre Lichtbrechungen und visuelle Phänomene erzielt. So auch bei unserem in einem tiefen Goldton schimmernden Werk "Evangelist" (2007), dessen strukturierter Acryl-Gel-Auftrag zu irrisierenden Lichteffekten führt. Das Werk ist 2007 als Teil der Ausstellung "For Gods sake" im Mönchehaus Museum in Goslar konzipiert. Martin präsentiert hier Werke mit Bezügen zur christlichen Ikonographie, ostkirchlichen Riten und fernöstlicher Kalligraphie. Parallel zur Ausstellung präsentiert der Künstler in der mittelalterlichen Marktkirche in Goslar ein ähnliches Werk, das jedoch in Anspielung auf die Passion in Rot getönt ist. Der strahlende Goldton von "Evangelist" hingegen ist passend zur Bedeutung des Titels, frohe Botschaft, gewählt. Die Rauten-Form der beiden Werke erinnert gleichermaßen an die Kreuzform wie die geometrisch-ornamentalen Formen der islamischen Architektur - die künstlerische Abstraktion wird zum Vermittler eines interkulturellen und interreligiösen Dialogs: "Ihm [Jason Martin] geht es um ein Ausloten der Möglichkeiten abstrakter Kunst, als Mediator zwischen den Kulturen zu fungieren, herauszufinden, ob und wie Symbole und Formen von unterschiedlichen Kulturen jeweils anders interpretiert werden." (zit. nach: http://www.moenchehaus.de/event/jason-martin-for-gods-sake/, gelesen am 19.04.2016). Im Verbund mit symbolisch gehaltvollen Namen, machen die starken, leuchtenden Farben und das eigenwillige Spiel von Licht und Schatten auf den bewegt überformten Oberflächen den besonderen Reiz der Arbeiten von Jason Martin aus. Bereits nach seinem Studium am Londoner Goldsmiths College Anfang der 90er Jahre, das zu dieser Zeit durch die "Young British Artists" im Zentrum einer neuen Kunstszene steht, macht Jason Martin mit ersten Ausstellungen seiner zwischen Objekt und Malerei changierenden Arbeiten auf sich aufmerksam. Mit der legendären "Sensation"- Ausstellung (1997), die Werke aus der Saatchi-Sammlung in der Royal Academy in London präsentiert, folgt der internationale Durchbruch. Seither werden die Werke Jason Martins in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen weit über die Grenzen Englands hinaus präsentiert. Jason Martin lebt und arbeitet in London.

818
Jason Martin
Evangelist, 2007.
Mischtechnik
Schätzung:
€ 60.000
Ergebnis:
€ 75.000

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
 


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