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Auktion: 435 / Kunst des 19. Jahrhunderts am 25.11.2016 in München Lot 93

 
Objektbeschreibung
Ödipus löst das Rätsel der Sphinx. 1891.
Öl auf Leinwand.
Voss 49. Links unten signiert. 86 x 147 cm (33,8 x 57,8 in).
Verso auf dem Keilrahmen mit Speditions-Etikett (für Ausstellung München 2008). [CB].

Wir danken Herrn Albert Ritthaler, Hamburg, für die wissenschaftliche Beratung.

PROVENIENZ: Galerie Toelle, Barmen.
Privatsammlung Dresden.
Als Leihgabe von Vorgenannter an Klara May, Radebeul, Witwe des Schriftstellers Karl May (1842-1912). Das Gemälde hing in deren "Villa Shatterhand" in Radebeul (ca. 1920er Jahre bis 1944).
Hugo Ruef, München, 437. Auktion, 10. November 1988, Lot 1243.
Galerie Bernd Dürr, München, 1988.
Privatbesitz Italien.

AUSSTELLUNG: Internationale Kunst-Ausstellung des Vereins bildender Künstler Münchens "Secession", München 1893, Kat.-Nr. 546 (ohne Abb.).
Franz von Stuck. Meisterwerke der Malerei, Villa Stuck, München 2008/09, Kat.-Nr. 44.

LITERATUR: Auswahl (umfangreiche Lit. siehe WVZ Voss):
Otto Julius Bierbaum, Franz von Stuck. Künstler Monographien, Bd. XLII, Bielefeld und Leipzig 1899, Abb. 43 (S. 42).
Franz Hermann Meißner, Franz von Stuck, Berlin und Leipzig 1899, sw-Abb. S. 93.
Die Kunst für Alle, XIX. Jg. 1903/04, Abb. S. 5.
Franz von Stuck. Das Gesamtwerk, Vorwort von Fritz von Ostini, München 1909, Abb. S. 24.
Hans Hofstätter, Symbolismus und die Kunst der Jahrhundertwende, Köln 1965, S. 190.
Ausst.-Kat. Franz von Stuck, Ausstellung zur Wiedereröffnung der Stuck-Villa am 9. März 1968, München, S. 67.

Essay
Über die mythologische Sage hinaus sieht Stuck in der Sphinx das "Symbol für das Rätselhafte, für das alles vernichtende Weib, […] (das) in den Kreis der Vorstellungen von der 'femme fatale' [gehört]." (Angela Heilmann, zitiert nach: Claudia Gross-Roath, Das Frauenbild bei Franz von Stuck (Diss. Bonn 1998), Weimar 1999, S. 280). In dem Gemälde 'Kuss der Sphinx' von 1895 gibt Stuck dem der Sphinx ausgelieferten Manne zudem seine eigenen Gesichtszüge: "Stuck erscheint hier also in der Situation desjenigen, der das Rätsel der Sphinx, des fatalen Frauenwesens nicht zu lösen vermag. Er unterliegt der Frau in ihrem Kuss." (Gross-Roath 1999, S. 49.). In den späteren Darstellungen zeigt sich weiterhin Stucks gewandelte Auffassung. Die Sphinx, zunächst noch als Mischwesen aus Frauenkopf und Löwenleib, wird in den späteren Versionen zur reinen Frauengestalt in der Körperhaltung der Sphinx. "Er enthüllt [..][damit] den Charakter der Frau und weist auf ihre dunkle Seite hin: So der Mann – jeder ist Ödipus – der Frau nicht die rechte Antwort gibt, wird sie ihn auch töten?" (Gross-Roath 1999, S. 50). (Gross-Roath 1999, p. 50).

93
Franz von Stuck
Ödipus löst das Rätsel der Sphinx, 1891.
Öl auf Leinwand
Schätzung:
€ 180.000
Ergebnis:
€ 412.500

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
 


Weitere Abbildungen
Franz von Stuck - Ödipus löst das Rätsel der Sphinx - Rahmenbild
Rahmenbild
 
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