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Auktion: 440 / Contemporary Art am 10.12.2016 in München Lot 660

 
Objektbeschreibung
Bornheim 4. 1997.
Öl auf Leinwand.
Verso signiert, datiert und betitelt. 54,8 x 69,9 cm (21,5 x 27,5 in).
[BF].

PROVENIENZ: Galerie Gebr. Lehmann, Berlin.
Privatsammlung New York.

LITERATUR: Eberhard Havekost. Fenster - Fenster, Ausst.-Kat. Kunstmuseum Luzern, 1998, Abb. S. 11.

Essay
Eberhard Havekost zählt zu den international gefragtesten deutschen Zeitgenossen und wird in einem Atemzug mit Daniel Richter, Jonathan Meese und Neo Rauch genannt. Havekosts Bilder basieren auf verschiedenen Bildmedien, meist Zeitungsfotos, Videos oder eigene Fotografien. Diese bearbeitet er mit Hilfe des Computers, um einen Blick hinter die fotografische Oberfläche der oft alltäglichen Motive - wie Pflanzen, Fahrzeuge, Fassaden und Behausungen - zu werfen und diese auf der Leinwand schließlich neu zu formulieren. Dabei geht es nicht um eine hyperrealistische Abbildung der Objekte, wie etwa dem Fotorealismus der 1970er Jahre, sondern um die Durchdringung und Verfremdung der bestehenden Realität. So nimmt man das Werk "Bornheim 4" (1997) auf den ersten Blick als eine geometrisch zergliederte Bildoberfläche wahr. Es handelt sich um die Nahaufnahme einer Häuserfassade, deren zusammenstoßende Kanten durch den Einschub eines malerischen schwarzen Farbstreifens, eine eingeschobene Verwischung, überdeckt werden. Ähnlich digitalen Bildbearbeitungsmethoden, die Havekost zum Ausgangspunkt seiner Malerei macht, werden hier heterogene Versatzstücke im Medium der Malerei zu einem neuen Ganzen "zusammengeschnitten". Noch radikaler verfolgt Havekost diesen Ansatz in Arbeiten wie "Tief 1" (1998), in denen die schärfer erfassten Figuren des Vordergrunds wie Fremdkörper in den Kontext des Bildes hineingeschnitten erscheinen und damit Bezüge zu Praktiken der Computeranimation aufwerfen. Die eingeschobenen Bildelemente werden zum Signum der videastischen Verfassung des Bildes und seiner Manipulation. Diese stark verfremdende Tendenz ist auch in den jüngeren Arbeiten Havekosts konsequent fortgesetzt, die sich gänzlich dem Gegenständlichen zu entziehen scheinen und die Bildoberfläche in eine eigenständige Farb- und Formenmatrix verwandeln. Den Arbeiten Havekosts sind mehrere Kataloge und Ausstellungen gewidmet und seine Gemälde in zahlreichen internationalen Sammlungen in Paris, London, Amsterdam, Zürich, Wolfsburg und Luzern vertreten. Der Künstler lebt und arbeitet in Berlin.
660
Eberhard Havekost
Bornheim 4, 1997.
Öl auf Leinwand
Schätzung:
€ 9.000
Ergebnis:
€ 11.250

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
 


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