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Auktion: 436 / Klassische Moderne I am 10.12.2016 in München Lot 211

 
Objektbeschreibung
Kinder am Brunnen II. 1910.
Öl auf Leinwand.
Heiderich 250. Vriesen 195. Verso und auf dem Keilrahmen mit dem Nachlassstempel. Auf dem Keilrahmen handschriftlich bezeichnet "Kinder am Brunnen II 1910". 80,5 x 56,5 cm (31,6 x 22,2 in).

Mit einer Fotoexpertise von Dr. Wolfgang Macke vom 1. März 1971.

PROVENIENZ: Nachlass des Künstlers.
Galerie Aenne Abels, Köln, 20.2.1971.
Privatsammlung Süddeutschland.

AUSSTELLUNG: Gedächtnis-Ausstellung August Macke, Frankfurter Kunstverein, 1920, Kat.-Nr. 17.
Gedächtnis-Ausstellung August Macke, Neues Museum Wiesbaden, Nassauischer Kunstverein/Wiesbadener Gesellschaft für bildende Kunst, Wiesbaden 1920.
August Macke Gedächtnisausstellung des Museumsvereins, Suermondt-Museum, Aachen 1948, Kat.-Nr. 15.
August Macke Gedächtnisausstellung, Museum am Ostwall, Dortmund 1949, Kat.-Nr. 9.
August Macke, Städtisches Kunstmuseum, Duisburg 1949, Kat.-Nr. 9.
August Macke, Kunstverein Braunschweig 1954, Kat.-Nr. 25.
August Macke - Gedenkausstellung zum 70. Geburtstag, Westfälischer Kunstverein/Westfälische Wilhelms-Universität/Westfälisches Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Münster 1957, Kat.-Nr. 20.
Entartete Kunst, Haus der Kunst, München 1962, Kat.-Nr. 65.
Galerie Aenne Abels, o. J., Kat.-Nr. 25.

LITERATUR: Elisabeth Erdmann-Macke. Erinnerungen an August Macke, 1987, S. 183.

Essay
"Das Jahr 1910 war für Augusts Arbeit sehr bedeutungsvoll und fruchtbar. August kam im Grunde zum ersten mal zu der richtigen Ruhe und zur Entfaltung seiner eigenen Persönlichkeit. Es sind die verschiedenartigsten Bilder entstanden. Eine Zeitlang liebte er es, die Formen ganz einfach zu geben und durch starke Konturen zu begrenzen. Die Art, wie die Farben gesehen sind und untereinander abgestimmt zur Wirkung kommen, ist schon ganz persönlich." Dies schreibt Elisabeth Erdmann in den Erinnerungen an ihren ersten Ehemann.
Die eindeutige zeitliche und stilistische Zuordnungsmöglichkeit seiner Arbeiten zählt zu den herausragenden Merkmalen seiner Malerei. Im Jahr 1910 entstehen Stillleben, Porträts, Landschaften und Personendarstellungen von ungeheurer Klarheit. Besonders reizvoll in dem vorliegenden Bild ist die spannungsreiche kompositorische Aufteilung. Das Mädchen links, fest auf dem Boden stehend, umfasst den Krug mit sicherer Hand, während der Junge, rechts auf dem Brunnenrand sitzend, die Wasserfläche im Blick zu haben scheint. Macke geht es in seinen Personendarstellungen nicht um die psychologische Ausdeutung der Persönlichkeit. Er erfasst die Personen in dem sie umgebenden Raum, indem er sie eher stilllebenhaft zuordnet. So wird das Grundkonzept der Kontemplation nicht gestört, es vermittelt sich direkt und leise.
Interessanterweise können wir anhand der Erinnerungen von Mackes Frau aber genau nachvollziehen, dass es sich bei den beiden Kindern um Sohn und Tochter des Brauburschen Meier handelt, der in der herzoglichen Brauerei Tegernsee arbeitete und der mit seiner Familie in unmittelbarer Nachbarschaft von Macke lebte. Eine zweite Version dieses Bildes, welches im Werkverzeichnis mit dem Titel "Kinder am Brunnen I" bezeichnet wird, gehörte einst in die bedeutende Sammlung Bernhard Koehler (WVZ-Nr. 276, S. 384), dem frühen Förderer von August Macke und Franz Marc. Diese Version wurde während eines Luftangriffs auf Berlin im Zweiten Weltkrieg mit etlichen weiteren Kunstwerken zerstört.

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe
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Berechnung bei Folgerechtsabgabe:
Bei Objekten, deren Künstler nicht bereits vor mindestens 70 Jahren verstorben ist, fällt eine Folgerechtsumlage i.H. von 1,5% zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer an.
211
August Macke
Kinder am Brunnen II, 1910.
Öl auf Leinwand
Nachverkaufspreis: € 280.000
+
 


Weitere Abbildungen
August Macke - Kinder am Brunnen II - Rahmenbild
Rahmenbild
 
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