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Auktion: 437 / Kunst nach 1945 I am 10.12.2016 in München Lot 817

 
Objektbeschreibung
Ohne Titel. 1962.
Öl und Kunstharz auf Leinwand.
Unten mittig signiert und datiert. Verso signiert, datiert und mit Richtungspfeil. 130,5 x 120 cm (51,3 x 47,2 in). [SM].

Eine der außergewöhnlich seltenen Arbeiten der 'Dynamischen Strukturen', die nicht in Schwarz-Weiß gehalten ist.
Die Arbeit wird in das in Vorbereitung befindliche Werkverzeichnis "Die ZERO-Malerei von Heinz Mack" aufgenommen.

PROVENIENZ: Privatsammlung Nordrhein-Westfalen (direkt vom Künstler).

Essay
Heinz Mack übersetzt in dieser Leinwandarbeit visuelle Erfahrung in Malerei. Der Rhythmus und Wechsel von Hell und Dunkel wird vom Betrachter als Bewegung wahrgenommen. "Die Bilder der ZERO-Zeit bis 1963 zeigen deutlich, was der Maler der 'Dynamischen Strukturen' der zeichnerischen Vorarbeit verdankt, wie er auf der Auseinandersetzung mit der Wahrnehmung basiert, die auch die zeichnerischen Exerzitien prägt, aus welchen als für mich schönste Beispiele die Tuschen resultieren", schreibt Beat Wismer im Vorwort des Ausstellungskataloges "mack - Die Sprache meiner Hand" (Ausst.-Kat. Stiftung Museum Kunstpalast, Düsseldorf 2011, S. 37).
Die vorliegende Komposition von 1962 zählt zur Werkgruppe der Dynamischen Strukturen, die eine Zwischenstufe auf dem Weg von der Malerei zur Kinetik darstellt. Bereits 1949 malt Mack sein erstes abstraktes Bild. Er wendet sich in seiner malerischen Auffassung der Monochromie zu, wobei die eigentliche Bildwirkung durch Vibration entsteht. Die dynamischen Kompositionen wecken Assoziationen an die Rhythmuskurven von Kardiogrammen. Durch das Abweichen von der reinen Abbildung der exakten Lineatur wird jedoch auch die Improvisation in den künstlerischen Prozess mit einbezogen, so dass duale Prinzipien äquivalent neben einander stehen. Die mit einem Rakel in die noch nicht ganz trockene Farbe gezogenen Dynamischen Strukturen sind meist auf weißem Grund mit Schwarz gearbeitet. Unser Gemälde zählt zu den außerordentlich seltenen Arbeiten, bei denen Mack eine andere Farbe, hier ist es Orange, für den Bildgrund gewählt hat. 1963 kehrt sich Mack zunächst vollkommen von der Malerei ab und entwickelt seine bedeutenden 'Lichtreliefs' weiter. Erst 1991 malt der Künstler wieder auf Leinwand.

817
Heinz Mack
Ohne Titel, 1962.
Öl
Schätzung:
€ 200.000
Ergebnis:
€ 250.000

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
 


Weitere Abbildungen
Heinz Mack - Ohne Titel - Rahmenbild
Rahmenbild
 
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