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Auktion: 458 / Kunst nach 1945 II am 08.12.2017 in München Lot 302

 
Objektbeschreibung
die Genesis des jungen Adlers mit der alten Schlange. 1968.
Objekt . Acryl auf Damast auf Hartfaserplatte mit PVC-Schläuchen sowie Acryl in Plexiglasnäpfchen auf Plexiglasplatte.
Hoehme 68-12. Verso signiert, datiert, betitelt und bezeichnet sowie mit einer Aufbauzeichnung. 110 x 60 x 11 cm (43,3 x 23,6 x 4,3 in).
[JS].

PROVENIENZ: Privatsammlung.
Galerie Thimme, Karlsruhe (verso mit dem zweifachen Stempel).

AUSSTELLUNG: Gerhard Hoehme. Visuelle Instrumente, Städtische Galerie, Lüdenscheid 1981, SW-Abb S. 27.
Gerhard Hoehme. in ein ander über, Kunstverein im Steinernen Haus am Römerberg, Frankfurt a. M. 1985, Abb. S. 27.
Gerhard Hoehme. Damastbilder 1968–1977, Galerie Karin Fesel, Düsseldorf 1987.

LITERATUR: Gerhard Hoehme. "Relationen von 1968", in: Kunst magazin, 1981, N.F. 2-4, SW-Abb. S 195.
Giulio Carlo Argan und Hans Peter Thurn, Gerhard Hoehme. Werk und Zeit 1948–1983, Stuttgart und Zürich 1983, SW-Abb. S. 165.

Essay
Ausgesprochen vielseitig und an keinerlei feste Materialität gebunden ist das abstrakte Œuvre Gerhard Hoehmes, das von den gestischen Gemälden und den shaped canvases der 1950er Jahre über die charakteristischen "Fensterbilder" und "Schnittmusterkästen" der 1960er bis hin zu "Schnurplastiken" und "Damastbildern" reicht, von denen wir hier ein besonders ausdruckstarkes und schönes Exemplar anbieten können. Dem rein malerischen Frühwerk folgt nun ab den 1960er Jahren, als Hoehme an der Kunstakademie Düsseldorf lehrt, eine Auseinandersetzung mit der Dreidimensionalität in der Kombination von bemalter Fläche und Raumelementen. Ab 1964 entstehen verstärkt Raumobjekte, die neben dem klassischen Leinwandgrund unter anderem auch Holz, Gaze und Nylonschnüre integrieren. Im selben Jahr entdeckt Hoehme seine "Schnittmusterbögen", ab 1968 folgen Installationen und es entstehen die ersten "Damastbilder", mit denen Hoehme einen weiteren Beitrag zum "offenen Bild" leistet. Das für seine Malerei gültige Manifest "Relationen" veröffentlicht Hoehme 1968. Hoehmes Werk intendiert, die Trennung zwischen Bildfläche und Betrachter aufzuheben. Durch die Einbeziehung von Schnüren und Kabeln minimiert der Künstler die räumliche Distanz zwischen Werk und Rezipient, indem die Bildfläche in den Raum hinausgreift und über ihre traditionellen Begrenzungen hinausgeht. "Die Schnur ist eine Art Fühler. Sie tritt aus dem Bild heraus, kommt auf den Betrachter zu, um ihn zu berühren, den Abstand zwischen dem Betrachter und dem Bild aufzuheben, den Betrachter in das Bild hineinzuholen. So ist das Bild nicht mehr ein fremdes Gegenüber. Es entsteht so etwas wie ein Übergang vom Bildraum zu unserem gelebten Raum, die Schnur vermittelt den Übergang.'" (Walter Biemel, in: Begegnung mit Gerhard Hoehme, Ausst.-Kat. Düsseldorf 1992, S. 91). [StM]
302
Gerhard Hoehme
die Genesis des jungen Adlers mit der alten Schlange, 1968.
Objekt
Schätzung:
€ 7.000
Ergebnis:
€ 7.750

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
 


Weitere Abbildungen
Gerhard Hoehme - die Genesis des jungen Adlers mit der alten Schlange - Rückseite
Rückseite
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