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Auktion: 437 / Kunst nach 1945 I am 10.12.2016 in München Lot 805.10

 
Objektbeschreibung
Drei gelbe Scheiben. 1954.
Öl auf Leinwand.
Scheibler 717. Rechts unten signiert und datiert. 100 x 125 cm (39,3 x 49,2 in).

PROVENIENZ: Galerie Günther Franke, München.
Privatsammlung Mailand (seit 1954).

AUSSTELLUNG: Galerie Günther Franke, München, 20.7.- Ende August 1954, Kat.-Nr. 8 mit Abb. und Kat.-Umschlag.

LITERATUR: Werner Haftmann, Ernst Wilhelm Nay, Köln 1960, S. 166, Abb. 49.
Peter-Klaus Schuster, Nays ständige Wandlung, in: Ernst Wilhelm Nay, Bilder und Dokumente, München 1980, S.11f., Abb. IV S. 11.
Die Kunst und das schöne Heim, 54. Jahrgang, Heft 7, München, April 1956, Abb. S. 250.
Doris Schmidt (Hrsg.), Briefe an Günther Franke, Porträt eines deutschen Kunsthändlers, Köln 1970, Abb. 30.

Essay
Ernst Wilhelm Nay und die Galerie Günther Franke sind untrennbar miteinander verbunden. Es liegt im Wesen großer Kunsthändler, dass sie neben allem Sinn für das Geschäftliche enge persönliche Verbindungen zu einzelnen Künstlern hatten, die sie in ihren Galerien vertraten. Wir wissen das von Henri Kahnweiler genauso wie von Paul Cassirer. Auch für Ernst Wilhelm Nay war Günther Franke wohl nicht nur der Vermittler seiner Kunst. Der Briefwechsel beider belegt, wie eng und persönlich sich der Austausch gestaltete. So wird der 1973 erschienene Katalog zum 50-jährigen Jubiläum der Galerie Günther Franke ausschließlich der Kunst von Ernst Wilhem Nay gewidmet. Auch die vorliegende Arbeit wurde durch die Galerie Günther Franke vermittelt. Wie bereits angeklungen ist, lässt sich Ernst Wilhelm Nays Œuvre durch die Abfolge unterschiedlicher Werkphasen charakterisieren. Die hier vorliegende Arbeit Ernst Wilhelm Nays ist eines der frühen Scheibenbilder, aus der berühmtesten Werkgruppe des Künstlers. Die Arbeit zeigt aber auch noch Anklänge der vorhergegangenen Phase der "Rhythmischen Bilder". Bestimmt ist die Arbeit noch von heftig bewegtem, rhythmischem Gestus, der sich in einzelnen in Beziehung zueinander gesetzten Farbformen ausdrückt, begleitet vom Takt schwarzer Linienstrukturen und Punkten. Sofort wird Nays musikalische Inspirationsquelle deutlich, zum Beispiel von Strawinsky, Hindemith und Schönberg sowie von damals neuen progressiven Musikern wie Nono, Boulez und Stockhausen. In den nächsten Jahren werden sich die Farbflächen in Nays Arbeiten noch stärker zu Scheiben formatieren und damit den Wandel zur flächigen Farbmalerei vollziehen.
805.10
Ernst Wilhelm Nay
Drei gelbe Scheiben, 1954.
Öl auf Leinwand
Schätzung:
€ 180.000
Ergebnis:
€ 225.000

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
 


Weitere Abbildungen
Ernst Wilhelm Nay - Drei gelbe Scheiben - Rahmenbild
Rahmenbild
 
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