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Auktion: 468 / Klassische Moderne I am 09.06.2018 in München Lot 699

 
Objektbeschreibung
Kniende. 1928.
Bronze mit mittelbrauner Patina.
Berger 115. Auf der Standfläche des linken Knies mit dem ligierten Monogramm und der Nummerierung "III". Einer von 15 Lebzeitgüssen, die zwischen 1928 und ca. 1935 ausgeführt wurden. 51,5 x 22 x 22 cm (20,2 x 8,6 x 8,6 in).
Gegossen von der Kunstgießerei Hermann Noack, Berlin-Friedenau. Wie viele Bronzen Georg Kolbes ohne Plinthe weist auch der vorliegende Guss keinen Gießerstempel auf.
Laut Berger wurden generell nur Güsse für den Export in die USA nummeriert und zwar mit "1" und "2", in seltenen Fällen auch "3" (alternativ "I", "II", "III"), da für die ersten Güsse geringere Einfuhrzölle erhoben wurden; die Nummerierung sagt jedoch nichts über die zeitliche Reihenfolge der Güsse aus. Bei dem vorliegenden Exemplar handelt es sich jedoch um den 3. Guss dieser Bronze, der in die USA ausgeführt wurde.
Lebzeitguss dieser bedeutenden Bronzeplastik aus den späten zwanziger Jahren. Weitere Güsse befinden sich in den Sammlungen des Georg Kolbe Museums, Berlin, und des Detroit Institute of Arts.
Mit einem Gutachten von Dr. Ursel Berger, Berlin, vom 27. August 2017.

PROVENIENZ: Parke-Bernet Galleries Inc., New York, März 1962, Auktion 2096, Los 43, mit Abb. S. 31. Privatsammlung USA (in der vorgenannten Auktion erworben; seither in Familienbesitz).

AUSSTELLUNG: Deutsche Kunstausstellung in Warschau 1929 (anderes Exemplar, das als Geschenk der deutschen Regierung in polnischen Staatsbesitz überging).

LITERATUR: Georg Kolbe/Richard Scheibe, Georg Kolbe in 100 Lichtdrucktafeln, Marburg 1931, Tafel 76b.

Aufrufzeit: 09.06.2018 - ca. 12.37 h +/- 20 Min.

Essay
In den späten zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts findet Georg Kolbe zu einer kompakteren Formensprache. Die Haltung der Modelle ist selbstbewusster, der Ausdruck wird kraftvoller. Das Statuarische wird betont und der Körper als Ganzes in seiner Erdverhaftung gesehen. Der früher gesuchten Idealisierung steht nun eine Realitätsnähe entgegen, die, vom kommenden Zeitgeschmack beflügelt, das gesamte spätere plastische Schaffen des Künstlers bestimmen sollte. Kolbes internationaler Ruhm zu Lebzeiten ist gerade am Beispiel der "Knienden" aus dem Jahr 1928 eindrucksvoll dokumentiert, denn bereits ein Foto aus dem Jahr 1937 zeigt den bedeutenden Galeristen Karl Nierendorf in seinen Galerieräumen in New York umgeben von zahlreichen Bronzen von Lehmbruck, Sintenis und Mataré, auf einem Sockel hinter ihm ein Guss der "Knienden" von Kolbe. Die Buchholz Gallery, die New Yorker Dependance der Galerie Curt Valentin in Berlin, zeigte in einer Ausstellung 1938 ebenfalls Kolbes "Knienden". Auch der vorliegende Guss war, wie anhand der speziellen Numerierung nachvollzogen werden kann, für die Ausfuhr in die USA vorgesehen. [KD/JS]
699
Georg Kolbe
Kniende, 1928.
Bronze
Schätzpreis: € 40.000 - 60.000
+
 


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