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Auktion: 446 / Kunst des 19. Jahrhunderts am 24.05.2017 in München Lot 161

 
Objektbeschreibung
Ella am halbrunden Fenster. 1887.
Öl auf Leinwand.
Unten mittig monogrammiert und datiert. 65 x 50 cm (25,5 x 19,6 in).
Auf dem Fenstersims nachträglich vom Künstler mit Widmung versehen: "Das Kind gehört jetzt dem Gatten Hugo Geißler 9. Sept 1922 Hans Thoma".
Verso auf dem Keilrahmen mit verschiedenen Etiketten und handschriftlichen Nummerierungen. [CB].

PROVENIENZ: Landgerichtsdirektor Dr. Hugo Geißler (1877-1929), Schwiegersohn des Künstlers (mit Widmung des Künstlers).
Staatliche Museen zu Berlin (verso auf dem Keilrahmen mit dem gestrichenen Inventaraufkleber der Nationalgalerie Berlin (Inv.-Nr. A III 389) sowie dem Etikett mit der Bestätigung, dass das Werk 1993 aus dem Inventar gestrichen wurde).
Vormals Privatbesitz Frankfurt.

AUSSTELLUNG: Sonderausstellung Hans Thoma. Gemälde, Handzeichnungen, Druckgraphik, Staatliche Galerie Moritzburg Halle, Mai bis Juni 1974, Kat.Nr. 18 (sw-Abb. 16).



Essay
Im Sommer 1877 heiratet Hans Thoma seine Schülerin Cella Barteneder, gemeinsam ziehen sie im Herbst desselben Jahres nach Frankfurt, wo die Familie bis 1899 bleibt. Das Paar lebt gemeinsam mit Hans Thomas Mutter, seiner Schwester Agathe und Ella, der Nichte seiner Frau, in einer Wohnung im Frankfurter Westend. 1878 adoptieren Cella und Hans Thoma das kleine Mädchen und ziehen es wie eine eigene Tochter groß. Thomas Frankfurter Jahre sind geprägt von Ruhe, Zufriedenheit, einem weiten Freundeskreis und einem - nicht zuletzt daraus resultierenden - umfangreichen künstlerischen Schaffen. Zwar findet seine Kunst in Frankfurt zunächst nur in einem kleinen Kreis Anerkennung, doch ermöglicht es dem Künstler und seiner Familie ein Auskommen. Im Zentrum seines künstlerischen Schaffens steht die eigene Familie. Das hier angebotene Porträt der kleinen Adoptivtochter Ella zeigt ein reizvolles Spiel mit den verschiedenen Realitätsebenen: Das halbrunde Porträt des Mädchens, das verträumt den Kopf auf die Arme legt und auf dem Fenstersims einen Vogel mit Kirschen füttert, wirkt wie ein eigenständiges Bild im Bild. Thoma fasst das Porträt nicht nur mit einem verzierten Fensterrahmen ein, sondern fügt noch märchenhafte Blumenranken mit fantasievollen Blüten-Köpfen, Pflanzenschlangen und Tierköpfen hinzu.
1922, zwei Jahre vor dem Tod des Künstlers und 35 Jahre nach der Entstehung des Gemäldes, widmet es Thoma seinem Schwiegersohn Hugo Geißler, dem Ehemann seiner nun längst erwachsenen Adoptivtochter.
161
Hans Thoma
Ella am halbrunden Fenster, 1887.
Öl auf Leinwand
Schätzung:
€ 7.000
Ergebnis:
€ 8.750

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
 


Weitere Abbildungen
Hans Thoma - Ella am halbrunden Fenster - Rahmenbild
Rahmenbild
 
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