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Auktion: 450 / Contemporary Art am 10.06.2017 in München Lot 687

 
Objektbeschreibung
Zyklus-Potsdam (dreiteilig). 2006.
Öl auf Leinwand.
Verso jeweils signiert, datiert, betitelt sowie bezeichnet "Jonas Burgert" und nummeriert "9", "10", "11". 205,5 x 145 cm (80,9 x 57 in). Seitentafeln, jeweils: 195 x 90 cm (76,7 x 35,4 in).

Von April bis Juli 2017 sind großformatige Arbeiten des Künstlers in der Einzelausstellung "Zeitlaich" bei BlainSouthern in Berlin zu sehen.

PROVENIENZ: Sammlung Sander, Berlin/Darmstadt.
Privatsammlung Süddeutschland.

LITERATUR: Daniel J. Schreiber u. Hans-Peter Wipplinger (Hrsg.), Jonas Burgert: Lebendversuch, Ausstellungskatalog Kunsthalle Tübingen, Kunsthalle Krems, Köln 2011, WVZ Nr. 41 b, S. 97.

Essay
Jonas Burgert, einer der spannendsten Künstler der zeitgenössischen Figuration, kommt im Jahr 1969 in Berlin (West) zur Welt. An der dortigen Universität der Künste nimmt er 1991 sein Studium auf, das er 1996 erfolgreich abschließt (MA). Im Anschluss wird der begabte junge Maler Meisterschüler bei Dieter Hacker. Seit Mitte der 2000er Jahre entwickelt sich Jonas Burgert mehr und mehr zu einem echten Shootingstar der neuen Figuration. Die Hamburger Galerie der Gegenwart "entdeckt" den Künstler, zeigt seine Werke 2005 neben den Arbeiten des weltberühmten Neo Rauch. Diesen Vergleich brauchen sie nicht zu scheuen, und so bedeutet die Ausstellung für Jonas Burgert nichts weniger als den Durchbruch.
In den großformatigen Gemälden von Jonas Burgert herrscht das Groteske, Skurrile, Rätselhafte. Surreale Gestalten dringen in seine Bildräume ein, grelle Farben überspinnen das düstere Nachtgrau. Ganze Welten entfalten sich so, erschreckend und anziehend zugleich. Dabei zeigt sich Jonas Burgert als begabter Erzähler, malt komplexe Geschichten wie aus einem gruseligen Science-Fiction-Roman. Diese Eigenheit wird im "Potsdam-Zyklus" in besonderer Prägnanz anschaulich: "Burgerts Motivfundus verweist tief hinein in das Existenzielle des Seins, in eine - mitunter archaische - Kulturgeschichte von vermeintlich assoziierten Fragmenten aus der antiken Mythologie, dem Alten Testament, von vergangenen wie postmodernen apokalyptischen Vorstellungswelten. Die Bilder bringen darüber hinaus die Vorstellung des Menschen vom Selbst als Dämon, als Geist oder als (gefallener) Engel auf magische Weise zum Ausdruck. Seine meist großformatigen Kompositionen widmen sich also nichts Geringerem als dem Drama des Lebens, der Menschheits- und Weltgeschichte." (zit. nach: Hans-Peter Wipplinger, in: Kat. Ausst. Tübingen/Krems, S. 75). Auf diese irritierende Weise entwickelt Burgerts monumentales Werk einen Sog der Anziehungskraft, der den Betrachter ganz in seinen rätselhaften Bann nimmt.
Der internationale Kunstmarkt reißt sich seither um seine Werke, die Nachfrage ist kaum zu befriedigen. Selbst die renommierte Londoner Saatchi Gallery kauft die Gemälde des Berliners. Längst bespielt Jonas Burgert Einzelausstellungen auch in Museen, zuletzt etwa die Schauen "Schutt und Futter" in der Kestnergesellschaft Hannover (2013) und "Lebendversuch" in der Kunsthalle Krems sowie der Kunsthalle Tübingen (2010/11). Einzelausstellungen zeigt der Maler auch in London (2009) und Denver (2008). Jonas Burgert lebt und arbeitet in Berlin. [FS].

687
Jonas Burgert
Zyklus-Potsdam (dreiteilig), 2006.
Öl auf Leinwand
Schätzung:
€ 70.000
Ergebnis:
€ 118.750

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
 


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