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Auktion: 455 / Kunst des 19. Jahrhunderts am 24.11.2017 in München Lot 19

 
Objektbeschreibung
Arnaute buvant. 1856.
Öl auf Holz , parkettiert.
Links oben signiert und datiert. 24 x 17,8 cm (9,4 x 7 in).
Verso zweifach mit der handschriftlichen Inventarnummer "B.V-C. 28384" der Galerie Boussod, Valadon & Cie, Paris. [CB].

PROVENIENZ: Sammlung Petr (Pierre) Botkine (1865-1933), russischer Diplomat u. a. im Konsulat in Brüssel.
Galerie Boussod, Valadon & Cie, Paris (Nachfolge von Adolphe Goupil & Cie, Paris).
Sammlung Baron H.[?] de Westenholz, Hamburg (1905 bei Vorgenannter erworben, siehe Geschäftsbuch der Galerie, Digitalisat Dealer Stock Books, Getty Research Center, Los Angeles - es handelt sich hierbei wohl um Albert Wilhelm Westenholz [1879-1939]).
Privatsammlung Süddeutschland.

„Wir mieten ein Segelboot und verbringen vier Monate auf dem Nil, malen und lassen und treiben, von Damiette bis nach Philae. Dann kehren wir nach Kairo zurück, wo wir vier weiter Monate in einem der Häuser Sulaiman Pashas verbringen, der uns alles überlassen hat.“
Jean-Léon Gérôme, Tagebucheintrag, 1855/56, zit. nach: Gérard-Georges Lemaire, Orientalismus, Potsdam 2010, S. 238.

Aufrufzeit: 24.11.2017 - ca. 16.13 h +/- 20 Min.

Essay
Jean-Léon Gérômes orientalische Bildsujets beinhalten vor allem Harems- und Sklavenmarkt-Darstellungen, Alltagsszenen, Landschaften und religiöse Zeremonien sowie Szenen des Ägyptenfeldzuges Napoleon Bonapartes. Dieser Kolonialisierungsfeldzug (1798-1801) wurde von zahlreichen mitreisenden Zeichnern und Malern bildlich dokumentiert und - trotz des militärischen Scheiterns - künstlerisch glorifiziert, woraus eine jahrzehntelange Ägyptenbegeisterung in Kunst, Architektur, Kunsthandwerk, Musik und Theater in Frankreich, später auch in England und Deutschland resultierte. Wie zahlreiche Künstler der nachfolgenden Generationen wird auch Gérôme von dieser Ägyptomanie erfasst. Nach den akademisch-klassizistischen Anfangsjahren wendet er sich Mitte der 1850er Jahre mit seiner ersten Ägyptenreise dem Orientalismus zu. Jedoch distanziert er sich "von den Konventionen eines romantisch-visionären Orients und entwickelt einen unpersönlichen ethnographischen Hyperrealismus, der sich auf den während der Reisen angehäuften Vorrat von Zeichnungen, Skizzen und Fotografien stützt. Seine feinmalerisch-glatte Behandlung der Bildoberfläche und quasi-fotografisch exakte Wiedergabe von Details erzeugen den Eindruck größter Wirklichkeitsnähe und demonstrieren in Konkurrenz zur Fotografie eine neuartige, am Empirischen orientierte Definition von Wirklichkeit der Malerei." (AKL). Dies wird auch bei dem hier angebotenen Gemälde deutlich, das eines der beliebtesten Motive des Künstler zeigt: einen Arnauten. Dieses aus dem Türkischen entlehnte Wort bezeichnet albanische Söldner des osmanischen Reiches, die Ende des 18. Jahrhunderts zum Kampf gegen die französischen Truppen nach Ägypten kamen und dort eine neue Heimat fanden. Gérôme gibt akkurat jedes noch so kleine Detail der charakteristischen Tracht wieder und zeigt damit seine tiefe Faszination für die stolzen und selbstbewussten Arnauten. Die wohl bekannteste Variante des Themas ist Gérômes Gemälde "Arnautes jouant aux échecs", das sich heute in der Wallace Collection in London befindet.
Das Hauptwerk Jean-Léon Gérômes "Un combat de coqs" (Hahnenkampf) von 1847 ist derzeit in der Ausstellung "Gut. Wahr. Schön. Meisterwerke des Pariser Salons aus dem Musée d'Orsay" der Kunsthalle München zu sehen (noch bis Januar 2018).
19
Jean-Léon Gérôme
Arnaute buvant, 1856.
Öl auf Holz
Schätzpreis: € 25.000 - 35.000
+
 


Weitere Abbildungen
Jean-Léon Gérôme - Arnaute buvant - Rahmenbild
Rahmenbild
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Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Jean-Léon Gérôme "Arnaute buvant"
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