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Auktion: 461 / Kunst nach 1945 I am 09.12.2017 in München Lot 816

 
Objektbeschreibung
Monochrome bleu (IKB 242 A). Um 1958/59.
Mischtechnik . Blaues Pigment und Kunstharz auf Papier .
Nicht mehr bei Wember. Verso von Rotraut Klein-Moquay unterzeichnet sowie handschriftlich bezeichnet "Dieses Bild ist ein / Original von Yves Klein / Köln den 29. August 1986". Zusätzlich nochmals von der Witwe des Künstlers unterzeichnet und mit der Werknummer "IKB242 A" bezeichnet. Auf festem Papier. 21,5 x 18,1 cm (8,4 x 7,1 in) , blattgroß.

Yves Kleins monochrom blaue Leinwände und Papierarbeiten gehören zu den international gefragtesten Werken des Künstlers.
Die Arbeit ist im Yves Klein Archiv, Paris, registriert. Wir danken dem Archiv für die freundliche Auskunft.

PROVENIENZ: Galerie Bischofsberger, Zürich.
Sammlung Helmut Dudé.
Sotheby’s Amsterdam, The Helmut Dudé Collection, 28. Mai 2003, Los 49.
Sammlung van Hulten, Niederlande.

AUSSTELLUNG: Zero und Paris. 1960 und Heute, Galerie der Stadt, Villa Merkel, Esslingen 1997, S. 74, mit Abb.
Zero International, Musée d’Art Moderne et d’Art Contemporain, Nizza 1998.
A Collector’s Eye. Contemporary Art from the Van Hulten Collection, Museum Belvédère, Heerenveen 7.9.-24.11.2013, S. 122, mit Abb.

Aufrufzeit: 09.12.2017 - ca. 16.03 h +/- 20 Min.

Essay
Die monochromen Leinwände und Papierarbeiten, die Yves Klein in dem für sein künstlerisches Schaffen fortan charakteristischen "International Klein Blue" (I.K.B.) geschaffen hat und die heute als Ikonen der Kunstgeschichte gelten, machen Kleins Wunsch nach künstlerischer Entgrenzung aufs Deutlichste visuell erfahrbar. Die optische Wirkung des pastos aufgetragenen Blaus wird durch nichts als die Blattkanten eingeschränkt und scheint sich bei intensiver Betrachtung geradezu auch über diese Begrenzung hinwegzusetzen und in den Raum auszugreifen. 1957, kurz vor Entstehung des vorliegenden Werkes, hat Klein in seinem Tagebuch sein künstlerisches Streben nach einer absoluten Befreiung der Farbe folgendermaßen beschrieben: "[..] vor all diesen Gemälden, die ich gesehen hatte, habe [hatte] ich immer dieses machiavellistische Gefühl des Eingesperrtseins, das, so glaube ich, auch Van Gogh ausrufen ließ: 'Ich möchte befreit werden aus diesem fürchterlichen Käfig!' Van Gogh liebte die Farbe und litt, vielleicht unbewußt, darunter, sie abgeschnitten zu sehen, durchgeschnitten von Linien, Konturen, Formen und Kompositionen. Das, was man heute allgemein unter einem Gemälde versteht, ist für mich wie das Fenster einer Zelle, dessen Linien, Konturen, Formen und Kompositionen Barrieren errichten. Linien sind für mich die Konkretisierung unserer Sterblichkeit, unserer Sentimentalität, unseres Intellekts und sogar unserer Spiritualität. Es sind unsere psychologischen Grenzen [..]! Farbe hingegen badet in kosmischer Sensibilität. Sensibilität hat für mich keine Nischen. Sie ist wie die Feuchtigkeit in der Luft. Farbe ist materialisierte Sensibilität. Farbe badet in allem und badet alles." (zit nach: Sidra Stich, Yves Klein, Stuttgart 1994, S. 67). Gänzlich vom Zwang, Dargestelltes entziffern und verstehen zu müssen, befreit, lässt das vorliegende "Monochrome bleu" den Betrachter geradezu im Blau baden, das einem meditativen Farbraum gleich auf der Bildfläche eine sogartige Tiefenwirkung entfaltet. Den niederländischen Sammler Rolf van Hulten, zu dessen bedeutender Sammlung die vorliegende Arbeit gehört, hat gerade diese starke emotionale Wirkung gereizt, die von Kleins blauer Farbfläche ausgeht: "Abstract art, in my view, has to have a certain emotion. At times it tends to have a sense of the spiritual" (Rolf van Hulten, zit. nach: Marita de Jong, An artwork has to become your child, in: A Collector's Eye, Contemporary Art from the van Hulten Collection, Heerenveen 2013, S. 107). Gerade weil der Sammler van Hulten jede Neuerwerbung seiner über viele Jahrzehnte gewachsenen Sammlung als ein höchst emotionales Erlebnis beschreibt, welches auf die Euphorie des Kaufes immer die emotionale Aneignung des Werkes in Form einer gemeinsamen mit dem Kunstwerk verbrachten Nacht folgen lässt, sind wir besonders froh, mit dem vorliegenden "Monochrome bleu" von Yves Klein erstmals eine herausragende Arbeit der Sammlung van Hulten für unsere Auktion gewinnen zu können: "I always hang a new work next to my bed. [..] So when I wake up in the morning, I can spend a quarter of an hour, while still a bit sleepy, looking at the new purchase. That's quite nice, since it allows me to get to know the work. It has to become your child. Otherwise it will always remain a foreign object." (Rolf van Hulten, zit. nach: ebd. S. 108). [JS]
816
Yves Klein
Monochrome bleu (IKB 242 A), Um 1958/59.
Mischtechnik
Schätzpreis: € 150.000 - 250.000
+
 


Weitere Abbildungen
Yves Klein - Monochrome bleu (IKB 242 A) - Rahmenbild
Rahmenbild
 
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Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Yves Klein "Monochrome bleu (IKB 242 A)"
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Bei Objekten, deren Künstler nicht bereits vor mindestens 70 Jahren verstorben ist, fällt eine Folgerechtsumlage i.H. von 1,5% zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer an.
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