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Auktion: 455 / Kunst des 19. Jahrhunderts am 24.11.2017 in München Lot 66

 
Objektbeschreibung
Herbst III. Um 1910.
Öl auf Leinwand.
Warmt G 445. Rechts unten signiert. 94,5 x 192 cm (37,2 x 75,5 in).
Das Gemälde diente ursprünglich als Supraporte (zusammen mit dem Pendant "Kiefern im Winter II", Warmt G 446). Gerahmt ist es in der Leiste der originalen Wandverkleidung. [CB].

PROVENIENZ: Rudolph Lepke, Berlin, Auktion 9. April 1929, Lot 42 ("Der Schwielowsee bei Werder"), sw-Abb. Tafel 17.
Privatbesitz Brandenburg.

LITERATUR: Karl Scheffler, Karl Hagemeister, in: Kunst und Künstler, Heft 8, Berlin 1910, sw-Abb. S. 417 (dort als "Superporte" bezeichnet).
"Ob Hagemeister auch kleinere Formate an Bildern gemalt habe: ‘Unsinn! Solche Spielereien mach ich nicht. In der Natur ist alles groß!‘"
Karl Hagemeister, zit. nach: Hendrikje Warmt, Karl Hagemeister. In Reflexion der Stille, Berlin 2016, S. 59.

Essay
"Hagemeister verinnerlichte durch den Umgang mit den modernsten Künstlern seiner Zeit sowie durch seine prägende Studienreise nach Paris [1884/85], wo er Werke von Manet oder Monet sah, die Gedankenwelt der Impressionisten. Er orientierte sich in den Jahren des Umbruchs an den großen Vorbildern der Moderne und setzte deren Malerische Herangehensweise in eine eigene Bildsprache um, indem er die Farbe als Eigenwert einzusetzen versuchte, um Bewegung, Rhythmus und Lebendigkeit in seinen Landschaftsdarstellungen zu vermitteln. […] Seine Landschaften besaßen eine Vielseitigkeit an Farben, die er wohl dosiert einzusetzen verstand und die in chromatischen Abstufungen mündeten. Zu seinen häufig eingesetzten stilistischen Mitteln zählten dickflüssige Farbspritzer, Tupfen zum Blatt gedacht, oder schnelle Pinselzüge als Grashalm im Wind vollzogen, wodurch die Bewegtheit seiner Landschaftsschilderungen entstand. Das schnelle Erfassen sowie die gleichzeitige Übertragung eines Motivs ließen die Bewegungen entstehen und den Rhythmus der Natur nachvollziehen. Wiederum sorgte das haptische Element in Hagemeisters Malerei für die Lebendigkeit der märkischen Uferzonen oder Meeresbilder. Farbige Reliefs ließen Erdhügel, Blätterzweige oder Wellenkämme plastische und greifbar nah wirken. Ein roter Farbpunkt, mit einem Pinselhieb auf die Leinwand gesetzt, wurde zur Frucht des Sanddornstrauches geformt und eine Vielzahl von Brauntönen bildete die Uferwege in Lohme nach. Erst die sinnliche Wahrnehmung der Natur ermöglichte die Gestaltung von Eigenwertigkeiten." (Hendrikje Warmt, Karl Hagemeister. In Reflexion der Stille. Monographie und Werkverzeichnis der Gemälde, Berlin-Brandenburg 2016, S. 181ff.).
66
Karl Hagemeister
Herbst III, Um 1910.
Öl auf Leinwand
Schätzung:
€ 25.000
Ergebnis:
€ 35.000

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
 


Weitere Abbildungen
Karl Hagemeister - Herbst III - Rahmenbild
Rahmenbild
 
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