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Auktion: 459 / Klassische Moderne I am 09.12.2017 in München Lot 632

 
Objektbeschreibung
Hohe See unter violettem Himmel. Um 1930/1935.
Aquarell und Deckweiß.
Rechts unten signiert. Auf Japan. 36,5 x 50,3 cm (14,3 x 19,8 in) , blattgroß.
Der Verkaufserlös kommt dem Bau eines buddhistischen Weltfriedensstupas in Grafenwörth, Niederösterreich zugute. Weitere Informationen zum Bauprojekt finden Sie unter: www.friedensstupa.at.

Mit einer Fotoexpertise von Prof. Dr. Manfred Reuther vom 2. Juli 2017.

PROVENIENZ: Privatsammlung Wien.

"Alles Ur- und Urwesenhafte immer wieder fesselte meine Sinne. Das große, tosende Meer ist noch im Urzustand, der Wind, die Sonne, ja der Sternenhimmel wohl fast auch noch so, wie er vor fünfzigtausend Jahren war."
Emil Nolde in seiner Autobiografie (II, 197)
"Emil Nolde hat schon früh das Meer als elementare Urgewalt erfahren und tief in sich aufgenommen. "Alles Ur- und Urwesenhafte immer wieder fesselte meine Sinne", bemerkt der Maler in seiner Autobiografie. In seiner Aquarellmalerei bot ihm die Eigenheit dieses Motivs unbegrenzte Möglichkeiten, die Farbe als sein wesentliches Ausdrucksmittel in ihrer reichen Vielfalt und ungebändigten Kraft frei verfügbar einzusetzen, gleichsam als natürliches Ereignis das Bild in einem virtuosen Spiel sich allein aus der Farbe entfalten zu lassen. Himmel und Meer durchdringen einander und finden zu einer furiosen, doch unverbrüchlichen Einheit."
Prof. Dr. Manfred Reuther

Essay
Noldes Interpretationen von Landschaft, Meer und Himmel sind immer Interpretationen seiner eigenen Stimmungslage. Er sah die Landschaft nicht im Sinne eines Realismus, der in expressive Farben gekleidet, neu und aufregend daherkommt. Seine Landschaften sind durchdrungen von dem Willen, die der Natur immanente Metaphysik zum Klingen zu bringen, sie den Betrachter nachvollziehen zu lassen. Erst 1920 beginnt Nolde Meeresdarstellungen in Aquarelltechnik zu gestalten. In dieser Technik hat er bis dato eine unübertreffliche Meisterschaft erlangt. Um der Darstellung mehr Tiefe zu geben, setzt er hier pointiert auch Deckweiß ein. Das typische Dunkelblau der Nordsee wird durch Türkistöne ergänzt, was der Darstellung eine gewisse Leichtigkeit gibt. Die See wirkt weniger bedrohlich, sondern erfrischend und einladend. Der dunkelviolett getönte Himmel unterstreicht die friedlich melancholische Abendstimmung des zu Ende gehenden Tages. Trotz wogender See strahlt die Darstellung eine geheimnisvolle Ruhe aus. Der Künstler nimmt den Betrachter in die Pflicht. Kein fester Halt wird geboten, er befindet sich mitten im Geschehen und wird von den Emotionen getragen, die für Nolde mitbestimmend für die Anlage der Komposition waren.
632
Emil Nolde
Hohe See unter violettem Himmel, Um 1930/1935.
Aquarell
Schätzung:
€ 100.000
Ergebnis:
€ 275.000

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
 


Weitere Abbildungen
Emil Nolde - Hohe See unter violettem Himmel - Rahmenbild
Rahmenbild
Emil Nolde - Hohe See unter violettem Himmel - Weitere Abbildung
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Emil Nolde - Hohe See unter violettem Himmel - Weitere Abbildung
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Emil Nolde - Hohe See unter violettem Himmel - Weitere Abbildung
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