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Auktion: 461 / Kunst nach 1945 I am 09.12.2017 in München Lot 813

 
Objektbeschreibung
Weißes Feld. 1965.
Objekt . Nägel und weiße Farbe auf Leinwand, auf Holz.
Honisch 421. Verso signiert, datiert und betitelt sowie mit Richtungspfeil. 60,5 x 60,5 x 9 cm (23,8 x 23,8 x 3,5 in).

PROVENIENZ: Wohl Galerie Schmela, Düsseldorf.
Privatsammlung Düsseldorf.
Galerie Elke und Werner Zimmer, Düsseldorf (vom Vorgennanten erworben).
Sammlung Ellen Sauter, Badenweiler (vom Vorgenannten erworben).

AUSSTELLUNG: Abstrakte Malerei in Deutschland, Galerie Elke und Werner Zimmer, Düsseldorf 18.10.-30.12.1978, mit Abb. im Kat., o. S. (verso mit dem Galerieetikett).

"Die Bewegung des Feldes
Das Flirren des Lichtes
Im Wasser der Wind
Sprache der sich auflösenden Zeichen des Schönen
Wolken des Schwebens
Das Weiß des Strandes
Wo das Sichtbare, durch das Licht gekrönt, sich im Unsichtbaren verliert.
Günther Uecker, 1964

Essay
Der Nagel als anonymes, industrielles Produkt wird in Ueckers Œuvre zum Träger intensiven geistigen Ausdrucks. Traditionell ist der Nagel mit Assoziationen wie Festhalten und Fixieren verhaftet, doch setzt Uecker dieses Material in seinen Nagelbildern dazu ein, Bewegung zu demonstrieren und zu artikulieren. In der vorliegenden Arbeit "Weißes Feld" beleben Licht und Schatten die Fläche mit den wirbelartig gedrängten Nägeln und erschaffen eine rhythmische Dynamik, die sich je nach Standort des Betrachters wandelt. Scheinbar schwerelos und flüchtig breitet sich die monochrome Woge aus Nägeln über die Leinwand aus und erweitert das Medium der Malerei durch das Ausgreifen der Nägel in die Tiefe um die dritte Dimension. Uecker gelingt in seinen frühen Nagelbildern, die kunsthistorisch von epochaler Bedeutung sind, das vermeintliche Paradoxon, den Nagel durch seine bewegte Anordnung und das Spiel des Lichtes scheinbar seiner materialbedingten Starrheit zu berauben, und lässt diesen in einem bestimmten Bewegungsmuster dicht an dicht auf die Fläche gedrängt vor unserem Auge in Bewegung geraten. Ueckers frühe Nagelbilder überzeugen somit nicht nur durch ihre einzigartige künstlerische Progressivität, sondern auch durch ihre zeitlos schöne Ästhetik, welche die hier weiß gefassten Nagelköpfe vor der monochromen Leinwand schweben lässt und die optische Wirkung des Werkes völlig von der enormen Wucht und Härte seines Entstehungsprozesses befreit.
813
Günther Uecker
Weißes Feld, 1965.
Objekt
Schätzung:
€ 200.000
Ergebnis:
€ 650.000

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
 


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Günther Uecker - Weißes Feld - Rückseite
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Günther Uecker - Weißes Feld - Weitere Abbildung
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Günther Uecker - Weißes Feld - Weitere Abbildung
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