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Auktion: 459 / Klassische Moderne I am 09.12.2017 in München Lot 661

 
Objektbeschreibung
Treppenszene. 1931.
Bleistiftzeichnung.
Grohmann ZB 343. Rechts unten datiert "8.31". Mit Farb- und Proportionsangaben in der Darstellung. Auf Papier. 28,3 x 22 cm (11,1 x 8,6 in) , Blattgröße.

Verso auf der Rahmenrückpappe mit einer Echtheitsbestätigung von Tut Schlemmer. Hier ist als Nummer des Œuvre-Katalogs "ZB 355" angegeben.

PROVENIENZ: Sammlung Emil Frey, Mannheim (seitdem in Familienbesitz).

LITERATUR: Kunst des 20. Jahrhunderts aus der Sammlung F., Pfalzgalerie Kaiserslautern 15.2.-14.3.1976, Kat.-Nr. 297.
Aquarelle, Zeichnungen, Druckgraphik des 20. Jahrhunderts aus der Sammlung eines Kielers, Kunsthalle Kiel 3.2.-3.3.1974, S. 69.
Oskar Schlemmer - Aquarelle und Handzeichnungen, Nationalgalerie Berlin 31.1.-19.3.1973, Kat.-Nr. 111.
Idee und Wirklichkeit - Handzeichnungen und Aquarelle des 20. Jahrhunderts aus Privatbesitz, Städt. Kunstsammlungen, Ludwigshafen a. Rhein 11.10.-1.11.1970, Kat.-Nr. 189 (Abb.).
Meister der Zeichnung in der deutschen Kunst des 20. Jahrhunderts, Kunstverein Hamburg u. Frankfurt a. M. 2.9.-15.10.1967, Kat.-Nr. 200 (Abb. 200).
H. Fuchs, Gaben des Augenblicks, vierundvierzig unveröffentlichte Zeichnungen und Aquarelle aus der Sammlung Frey, Heidelberger Kunstverein 1964, S. 70 (Abb.).
"Dennoch bleibt ein großes Thema, uralt, ewig neu, Gegenstand und Bildner aller Zeiten: der Mensch, die menschliche Figur. In ihm ist gesagt, daß er das Maß aller Dinge sei."
Oskar Schlemmer, 1923

Essay
Bei unserem Blatt "Treppenszene" von 1932 handelt es sich um eine Vorarbeit zu der berühmten "Treppenszene" (von Maur G 264) von 1932, die sich heute in der Hamburger Kunsthalle befindet. Von Maur verweist auch auf die hier angebotene Vorzeichnung "die mit Proportionszahlen, Farbangaben und mit der Datierung 8.31 (August 31) versehen ist: sie zeigt, dass Schlemmer sich anscheinend ein Jahr vor der Gemäldeausführung mit dieser Komposition beschäftigt hat." (zit. n.: v. Maur, Oskar Schlemmer - Œuvrekatalog, 1979, S. 104). Ganz im Sinne des Bauhauses stehen Mensch und Raum im Fokus von Oskar Schlemmer. Schon ab 1931 malt er die Treppenbilder, die dieses Thema in aller Vielfalt offenbaren. Unsere Skizze zeigt exemplarisch wie Raum und Fläche, rhythmisierte Bewegung und ruhiger Stand miteinander verwoben werden.
In seinem Œuvre mag das Treppenmotiv auch auf die Hoffnung Oskar Schlemmers auf die Ordnung einer künftigen Zivilisation verweisen. Mit dem Aufkommen der nationalsozialistischen Machthaber zerbricht diese Utopie. [EH]
661
Oskar Schlemmer
Treppenszene, 1931.
Bleistiftzeichnung
Schätzung:
€ 25.000
Ergebnis:
€ 100.000

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
 


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