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Auktion: 459 / Klassische Moderne I am 09.12.2017 in München Lot 645

 
Objektbeschreibung
Abstrakter Kopf: Orient - Verhaltene Glut. 1932.
Öl auf Malpappe auf Karton und Holz aufgezogen.
Jawlensky/Pieroni-Jawlensky 1405. Links unten monogrammiert. Rechts unten datiert. Verso von fremder Hand bezeichnet "Alexej von Jawlensky Konstruktive Köpfe 'Orient - Verhatene [sic!] Glut 1932" sowie mit den Maßangaben und der Technik (wohl die originale Bezeichnung verso imitierend). 30,4 x 23,8 cm (11,9 x 9,3 in). Unterlagekarton: 30,5 x 24,5 cm ( 12 x 9,6 in).

PROVENIENZ: Aus dem Nachlass des Künstlers.
Galerie Wilhelm Großhennig, Düsseldorf, 1965.
Privatsammlung Düsseldorf.
Privatsammlung Nordrhein-Westfalen.

AUSSTELLUNG: Alexej von Jawlensky, Galerie Alex Vömel, Düsseldorf 1.10.-15.11.1956, Nr. 25.
Alexej von Jawlensky, Kunsthalle Bern 11.5.-16.6.1957, Nr. 74.
Alexej von Jawlensky, Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf 2.-29.9.1957 / Kunstverein Hamburg Oktober/November 1957, Kat.-Nr. 84.
Alexej von Jawlensky, Württembergischer Kunstverein, Stuttgart 2.2.-16.3.1958 / Städtische Kunsthalle, Mannheim 22.3.-20.4.1958, Nr. 93.
Alexej von Jawlensky, Galerie Krugier, Genf Februar 1963, Nr. 53.
Auserlesene Meisterwerke des 19. und 20. Jahrhunderts, Galerie Wilhelm Großhennig, Düsseldorf 1963/64, Farbabb. S. 19.
Meisterwerke des 19. und 20. Jahrhunderts, Galerie Wilhelm Großhennig, Düsseldorf 20.11.1964-31.1.1965, Farbabb. S. 21.
Alexej von Jawlensky. Gemälde 1908-1937, Wolfgang Wittrock Kunsthandel, Düsseldorf September/Oktober 1986, Nr. 27 mit Farbabb. S. 59.

LITERATUR: Clemens Weiler, Alexej Jawlensky, Köln 1959, S. 254, Nr. 369 mit Abb.
"Es war mir notwendig, eine Form für das Gesicht zu finden. Ich hatte verstanden, dass die große Kunst nur mit religiösem gefühl gemalt werden soll. Und das konnte ich nur in das menschliche Antlitz bringen. Ich verstand, dass der Künstler durch Formen und Farben sagen muss, was in Ihm Göttliches ist. Darum ist das Kunstwerk ein sichtbarer Gott und Kunst ist Sehnsucht zu Gott."
A.v.Jawlensky, zit. in Alexej von Jawlensky, Gal. Wittrock, 1986, S. 12

Essay
Das malerische Werk von Alexej von Jawlensky ist in seinem wesentlichen Teil mit dem Porträt verbunden. Zunächst in einem realistischen Nachimpressionismus, dem bald darauf ein von intensiver Farbigkeit geprägter Expressionismus folgt, um dann in den beruhigten Bahnen einer kontemplativen Malerei des Übersinnlich-Vergeistigten zu münden, die vor allem von den Meditationen geprägt ist. Es ist das gleiche Motiv eines abstrakten Kopfes, der in Fläche und Kontur einem Bildschema folgt, das Jawlensky in selektiver Durchdringung des Geistigen zu einer visuellen Vollkommenheit führt. In immer neuen Annäherungen an das hinter dem Porträt stehende Gesicht - das Ikon - hat Jawlensky hier ein einmaliges Werk der Durchdringung des Geistig-Abstrahierten geschaffen, das in der Geschichte der Malerei der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts singulär steht. Die fast religiöse Versenkung, in der sich der ausübende Maler befand, teilt sich dem Betrachter auf eine distanziert-subtile Weise mit, fern erinnernd an die Ikonenmalerei des orthodoxen Ritus, die in dem schematisch-vergeistigten Bildnis eine visuelle Botschaft der Heilsbringung sieht. Doch Jawlensky geht weit darüber hinaus. Schon in der Variation wird sein eigentliches Anliegen der malerischen Bewältigung dieses schwierigen Themas deutlich. Die Meditationen Jawlenskys können so unter verschiedenen Aspekten gesehen und verinnerlicht werden. Einerseits nach ihrem dezidiert malerischen Ausdruck, zum anderen aber auch nach ihrem geistig-religiösen Anspruch, in dem Alexej von Jawlensky die wesentliche Botschaft seiner Werke sah.
645
Alexej von Jawlensky
Abstrakter Kopf: Orient - Verhaltene Glut, 1932.
Öl auf Malpappe
Schätzung:
€ 150.000
Ergebnis:
€ 175.000

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
 


Weitere Abbildungen
Alexej von Jawlensky - Abstrakter Kopf: Orient - Verhaltene Glut - Rahmenbild
Rahmenbild
 
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