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Auktion: 459 / Klassische Moderne I am 09.12.2017 in München Lot 613

 
Objektbeschreibung
Heilandsgesicht. Um 1921.
Öl auf Holz.
Jawlensky/Pieroni-Jawlensky 1157. Links unten monogrammiert. 23,8 x 17,7 cm (9,3 x 6,9 in).

PROVENIENZ: Frau Neuberg (ab 1923).
Kunstkabinett Klihm, München.
Alice Schuster, Nijmegs.
Else C. Kraus, Ascona.
Privatsammlung (seit 1979 durch Erbschaft vom Vorgenannten).
Privatsammlung Rheinland-Pfalz (durch Erbschaft seit 2017).

AUSSTELLUNG: Alexej von Jawlensky, Galerie Twardy, Berlin ab 5.3.1923, dort möglicherweise "Kleiner Kopf" in der Verkaufsliste Nr. 4.
Alexej von Jawlensky, Haus am Waldsee, Berlin 8.11.-14.12.1958, möglicherweise Nr. 54.
Haus Wylerberg. Ein Landhaus des Expressionismus von Otto Bartning. Architektur und kulturelles Leben 1920-1966, Museum Commanderie van Lint, Haus Wylerberg, Nijmegs 23.1.-6.3.1988, Nr. 198.

„Das sehr schöne intime 'Heilandsgesicht' gehört zu den letzten Arbeiten der gleichnamigen Serie im Werk des Künstlers. Obwohl sich kein Weisheitszeichen mehr zwischen den Augen befindet, das diese Arbeiten auszeichnet, aber vor allem auch aufgrund der verhalten pastellenen Farbigkeit handelt es sich doch noch nicht um ein Werk aus der konstruktiveren Serie der 'Abstrakten Köpfe'. Spannend ist das Gemälde insofern, weil es den Übergang zwischen diesen beiden wichtigen Serien Jawlenskys markiert und sichtbar zu machen vermag.“
Dr. Roman Zieglgänsberger, Museum Wiesbaden

Aufrufzeit: 09.12.2017 - ca. 13.18 h +/- 20 Min.

Essay
Die Hinterfragung des menschlichen Antlitzes war und ist eines der wichtigsten Themen in der bildenden Kunst des Abendlandes. Albrecht Dürers berühmtes Selbstbildnis ist nur ein beredtes Zeugnis davon. Alexej von Jawlensky beginnt bereits früh, sich mit dem Abbild des menschlichen Gesichtes auseinanderzusetzen. Zunächst in seinen fulminanten Porträts der Jahre vor dem Ersten Weltkrieg, dann mündet er in eine mehr kontemplative Versenkung, in das Eigentliche der Aussage. Die Formen auf das Wesentliche reduzierend, scheint sich Jawlensky im Laufe der Jahre seinem Idealbild, dem Ikon, zu nähern, das er in stummer Verinnerlichung sah und malte. Die wenigen Ausdrucksmittel dienen einer Visualisierung des Nicht-Gesehenen: des Bildes hinter dem Bilde. In ihrer geradezu emotionslosen Ausdruckskraft vermitteln die Heilandsgesichter Jawlenskys mehr von verinnerlichter Religiosität, als es die Erzählweisen der Altvorderen je konnten. Die stilistischen Mittel sind denkbar einfach und doch erst in wachsender Synthese gewonnen. Auch das indifferent Androgyne des Kopfes trägt zur Übermittlung einer religiösen Botschaft bei, die Jawlensky für sich und seine Werke in Anspruch nahm.
613
Alexej von Jawlensky
Heilandsgesicht, Um 1921.
Öl auf Holz
Schätzpreis: € 150.000 - 250.000
+
 


Weitere Abbildungen
Alexej von Jawlensky - Heilandsgesicht - Rahmenbild
Rahmenbild
 
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