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Auktion: 455 / Kunst des 19. Jahrhunderts am 24.11.2017 in München Lot 35

 
Objektbeschreibung
Weibliche Porträtbüste I. Ca. 1890 er Jahre.
Weißer Marmor , teils leicht farbig gefasst.
An der Rückseite des Sockels mit dem Namenszug des Künstlers. Höhe: 40,5 cm (15,9 in). Standfläche: 18 x 15 cm ( 7,1 x 5,9 in).
[CB].

Wir danken Frau Dr. Anette Niethammer, Mötzingen, für die wissenschaftliche Beratung.

PROVENIENZ: Privatbesitz Sachsen-Anhalt.

"Volkmann habe ich wohl und munter angetroffen und sein Thun gereicht mir in der That zu grösster Freude; wenn ich ihn vergleichen wollte, so würde ich ihn entschieden über Hildebrand stellen."
Hans von Marées in einem Brief vom 9. Oktober 1882 an seinen Bruder Georg, zit. nach: Anette Niethammer, Wie auf den Tag das Abendsonnenlicht. Hans von Marées‘ Meisterschüler Artur Volkmann (1851-1941), Nordhausen 2006, S. 64.

Essay
Artur Volkmann studiert ab 1873 Bildhauerei in Dresden und Berlin. Ab 1876 ermöglicht ihm ein zweijähriges Stipendium einen Aufenthalt in Rom, wo er für die anschließenden Jahrzehnte seine Wahlheimat findet. Lediglich aus finanziellen Gründen kehrt Volkmann Mitte 1883 bis September 1885 nach Deutschland zurück, um sich neue Aufträge zu sichern. In Rom macht Volkmann die für ihn wichtige Bekanntschaft mit dem Maler Hans von Marées, der ihn künstlerisch wesentlich beeinflusst. Bereits im Jahr 1882 beginnt Volkmann, als einer der ersten Bildhauer im 19. Jahrhundert, seine Marmorwerke zu färben und nimmt aktiv an der in Deutschland zu dieser Zeit einsetzenden Diskussion um die farbig gefasste Plastik und Skulptur teil. Der breiten Öffentlichkeit wird diese Thematik der Polychromisierung vor allem durch eine von Georg Treu organisierten Ausstellung in Berlin bekannt wird. Die aus der klassizistischen Kunst gewohnte Idealität des Dargestellten in reinem weißen Marmor wird nun zugunsten einer größeren Lebendigkeit durch farbige Fassungen eingetauscht. Volkmann hat wie kein anderer Künstler die Marées'sche Figurenauffassung von der "Leben illusionierenden" Kunst in das Medium der Bildhauerei übertragen und das gestalterische Prinzip seines Lehrers und Freundes beispielhaft umgesetzt. Er steht fest überzeugt zu der Einfärbung seiner Skulpturen, selbst dann, wenn unverständige Auftraggeber eine Abwaschung der Fassung fordern und drohen, sonst nicht zu zahlen. Die beiden weiblichen Porträtbüsten entstehen in Rom vermutlich als Auftragsarbeiten. In ihrem feinen Ausdruck des Antlitzes und der Gestaltung mit zarter Färbung sind sie typisch für Artur Volkmann.
35
Artur Volkmann
Weibliche Porträtbüste I, Ca. 1890.
Marmor
Schätzung:
€ 9.000
Ergebnis:
€ 22.500

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
 


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