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Auktion: 461 / Kunst nach 1945 I am 09.12.2017 in München Lot 829

 
Objektbeschreibung
Relief. 1968.
Relief . Blattvergoldetes Metall.
Poliakoff 68-148. Rechts unten mit dem Namenzug sowie mit der schwer leserlichen Prägung "Blanchet Fondeur" sowie der Nummerierung "HC/2". 65 x 81 x 4 cm (25,5 x 31,8 x 1,5 in).
Als Vorlage für die Komposition des vorliegenden Reliefs diente vermutlich das Ölgemälde "Composition" (1968, 89 x 116 cm), vgl. S. Poliakoff, Ausstellungskat., München 2007, Kat. Nr. 91, Abb. S. 181.
Eine der ausgesprochen seltenen skulpturalen Arbeiten Poliakoffs. Erstmals wird eine dieser Arbeiten auf dem internationalen Auktionsmarkt angeboten.
Mit einer Foto-Expertise von Alexis Poliakoff, Archives Serge Poliakoff, Paris, vom 1. Oktober 2008.

PROVENIENZ: Sammlung Philippe-Antoine Guénard, Paris.
Galerie Française, München.
Privatsammlung Süddeutschland (vom Vorgenannten erworben).

AUSSTELLUNG: 11 Pièces Uniques, L'Enseigne du Cerceau, Paris, November 1973 - Januar 1974.
Serge Poliakoff, Association Campredon Art et Culture, L'Isle-sur-la-Sorgue, 4.7.-12.10.1986 (verso mit dem Ausstellungs- und Speditionsetikett).
Museum Würth, Künzelsau, 23. Oktober - 15. Februar 1997, mit Abb. S. 221
Serge Poliakoff, Künstlerhaus Wien, 8.3. - 24.4.1998, Aust.Kat. S.221.
Serge Poliakoff. Retrospektive, Ausst.-Kat. hrsg. v. Christiane Lange und Nils Ohlsen, Kunsthalle Emden, 3.2. - 15.4.2007, Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung, München, 27.4.-8.6.2007, Kat.-Nr. 90, mit Abb. 180.

LITERATUR: Rétrospective Serge Poliakoff, Ausstellungskat. Mons/Belgien, Beaux-Arts Mons 25. Oktober 2008 - 8. Februar 2009, Nr. 94, mit Abb. S. 130.
"Sei niemals zufrieden mit deinem letzten Bild. Strebe weiter und nach mehr Tiefe."
Serge Poliakoff, zit. nach: Künstler. Kritisches Lexikon der Gegenwartskunst, H. 21, 1995, S. 14.

Aufrufzeit: 09.12.2017 - ca. 16.20 h +/- 20 Min.

Essay
Poliakoffs berühmte Gemälde, mit ihren charakteristischen, sich virtuos verzahnenden Farbformationen, zeichnen sich neben der Balance der einzelnen Farbwerte auch immer durch deren räumliche Tiefenwirkung aus. Serge Poliakoff, der neben Pierre Soulages und Jean Fautrier zu den Hauptvertretern der "Nouvelle École de Paris" gehört, baut jeden Farbwert in seinen Gemälden aus verschiedenen Farbschichten auf und verleiht diesen somit stets eine differenzierte räumliche Tiefenstaffelung. Unser in einem warmen Goldton leuchtendes Relief, das gänzlich auf das kompositorische Mittel des Farbkontrastes verzichtet, lebt ganz aus der Tiefenwirkung der Form: Nicht nur die sich dreidimensional dem Betrachter entgegenschiebenden Volumina, die Poliakoffs Farbflächen der Gemälde eindrucksvoll in das Medium der Skulptur überführen, sondern auch die wolkig-flirrende Tiefenwirkung der Blattvergoldung setzen plastisch das um, was dem Künstler auch in seinem malerischen Œuvre von zentraler Bedeutung war. Unser ein Jahr vor Poliakoffs Tod entstandenes Relief muss somit zugleich als visueller Kommentar, progressive Weiterentwicklung und fulminanter Schlusspunkt seines malerischen Œuvres gelesen werden. [JS]
829
Serge Poliakoff
Relief, 1968.
Relief
Schätzpreis: € 70.000 - 90.000
+
 


Weitere Abbildungen
Serge Poliakoff - Relief - Rückseite
Rückseite
Serge Poliakoff - Relief - Weitere Abbildung
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