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Auktion: 470 / Kunst nach 1945 I am 09.06.2018 in München Lot 935

 
Objektbeschreibung
Point of View. 2002.
Bronze mit schwarzbrauner Patina.
An der Unterkante mit dem Monogramm, der Datierung und der Nummerierung. Aus einer Auflage von nur 3 Exemplaren. Ca. 252 x 200 x 145 cm (99,2 x 78,7 x 57 in).
Gegossen von der Kunstgießerei Kayser, Düsseldorf.
Die größte, bisher auf dem internationalen Auktionsmarkt angebotene 'Level Head' - Skulptur aus seiner wichtigen Werkgruppe 'Points of View'. (Quelle: artnet.com, artprice.com).

PROVENIENZ: Privatsammlung Deutschland (2002 direkt vom Künstler erworben).

LITERATUR: Einblicke. Katalog zur Ausstellung der Berlinischen Galerie, Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur, Berlin 2007, mit Abb. S. 65.
"Craggs fließende Formen, die wie Sturzbäche, wie eine Verwirrung aus Stalagmiten und Stalaktiten die Volumen richtungslos machen, liefern in den überdachten Innenhöfen des Louvre einen erregenden Kommentar zur barocken Monumentalskulptur Frankreichs des siebzehnten, achtzehnten und neunzehnten Jahrhunderts."
Werner Spieß zur Retrospektive "Anthony Cragg - Figure out figure in", Louvre, Paris 2011.

Aufrufzeit: 09.06.2018 - ca. 18.09 h +/- 20 Min.

Essay
Mitte der 1980er Jahre vollzieht sich im Werk Tony Craggs, der bald als einer der wichtigsten Vertreter der "New British Sculpture" gilt, eine entscheidende Wende: Die Arrangements aus Kunststoff und Holzobjekten des Frühwerkes werden durch raumgreifende Bronzeplastiken abgelöst, die anfänglich noch deutliche gegenständliche Bezüge zeigen. In den Folgejahren befreien sich diese jedoch wie in der Serie „Early Forms“ immer mehr von den formalen Grenzen der Gegenständlichkeit. Teils aus verschiedenen Behältern - wie antiken Krügen, modernen Kanistern und Plastikflaschen - entwickelt, dehnt, knautscht und dreht Cragg die Formen verschiedener Gefäßtypen und verschmilzt sie zu neuartigen, plastisch eigenständigen Bewegungsstrukturen, deren äußere Hülle vor unserem Auge von einer inneren Energie geformt zu werden scheint. Dabei bleibt die naturwissenschaftliche Prägung des Künstlers in der organischen Oberflächenformung spürbar. Gerade die übereinandergeschichteten Strukturen aus Tony Craggs bedeutendem Spätwerk changieren in einzigartiger Weise zwischen Gegenstandslosigkeit und Biomorphismus, loten die Grenzen zwischen Abstraktion und Dinglichkeit, zwischen freier Formgebung und figürlichem Assoziationsraum aus. Sie verweisen damit nicht nur auf Craggs naturwissenschaftliche Anfänge als Labor-Assistent in den 1960er Jahren, sondern sind auch eindrucksvolle Zeugnisse seiner künstlerischen Auseinandersetzung mit Formen und Figurationen, die in den Raum hineinwirken, ihn als Gestaltungsmittel unmittelbar in die Komposition mit einbeziehen. Und so scheinen in unserer monumentalen Bronze aus der berühmten Werkserie "Points of View" die scheibenartig übereinandergeschichteten Formgebilde, deren elliptische Formen Cragg mit Hilfe von Papierschablonen und Sperrholzmodellen entwickelt hat, den umgebenden Raum durch ihre Massivität einerseits zu verdrängen, und wirken doch zugleich durch ihre durchbrochene, schwingende Erscheinung fragil und von ihrer körperlichen Massivität entbunden.
Dem Titel "Point of View" entsprechend, verändern sich Craggs monumentale skulpturale Schöpfungen, die - wie im vorliegenden Fall - nur in kleinen Auflagen gegossen wurden, beim Umschreiten immer wieder aufs Neue, geraten neu in Schwingung und geben stets wechselnden figürlichen Assoziationen Raum.
Tony Craggs Skulpturen befinden sich heute in zahlreichen bedeutenden öffentlichen Sammlungen, wie der Londoner Tate Gallery, dem Museum Ludwig in Köln, der Städtischen Galerie im Lenbachhaus, München, dem Museum Folkwang, Essen, und dem Von der Heydt Museum, Wuppertal, das Craggs beeindruckendes bildhauerisches Œuvre auch 2016 mit einer großen Retrospektive geehrt hat. [JS]
935
Tony Cragg
Point of View, 2002.
Bronze
Schätzpreis: € 300.000 - 400.000
+
 


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Tony Cragg - Point of View - Weitere Abbildung
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Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Tony Cragg "Point of View"
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Bei Objekten, deren Künstler nicht bereits vor mindestens 70 Jahren verstorben ist, fällt eine Folgerechtsumlage i.H. von 1,5% zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer an.
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