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Auktion: 470 / Kunst nach 1945 I am 09.06.2018 in München Lot 872

 
Objektbeschreibung
Ohne Titel. Ca. 1962.
Öl auf Leinwand.
Rechts unten monogrammiert. Verso signiert und bezeichnet. 65 x 81 cm (25,5 x 31,8 in) . [SM].

Die Arbeit wird in das in Vorbereitung befindliche Werkverzeichnis von Pierre François Moget aufgenommen und ist unter der Nummer 117230 im Geer van Velde Archiv gelistet. Wir danken Herrn Pierre François Moget für die wissenschaftliche Beratung.

PROVENIENZ: Kunsthandel M. L. de Boer (direkt vom Künstler, auf dem Keilrahmen mit dem Galerieetikett).
Privatsammlung Süddeutschland (seit 1983, direkt vom Vorgenannten erworben).

LITERATUR: Erik Slagter, Geer van Velde en her licht, 1998, Kat.-Nr. 62, Abb. S. 113.

Essay
In ihrer stillen Versöhnlichkeit erscheinen die Bilder von Geer van Velde heute als außerordentliche Meditationen eines Einzelgängers, der die Anforderungen der frühen Moderne zu Beginn des 20. Jahrhunderts in ganz eigener Weise zu interpretieren wusste. Seine Malerei war stets vom Wunsch getragen, den seltsam produktiven Widerspruch nutzbar zu machen, der zwischen den Gestaltungskonzepten des „abstrakten“ Bildes (vom Punkt zur Linie zur Fläche) und einer von Reflexion getragenen gedanklichen Komposition des Bildes als auflösbarem Konflikt besteht. Die Idee des Bildes als Abstraktion von Wirklichkeit war für ihn untrennbar mit der Vorstellung einer Eigengesetzlichkeit im Prozess der Bildentstehung verbunden. In ihrer dem Betrachter zugewandten Offenheit, in der Harmonie und feinen Balance liegt die hohe Überzeugungskraft seiner Bilder. Es ist eine Malerei, die eine fernöstlich anmutende, scheinbar ohne Anstrengung erreichte Perfektion der Oberflächen auszeichnet. Dem zahlenmäßig kleinen Œuvre stand schon zu Lebzeiten eine Gruppe überzeugter Bewunderer gegenüber, die diese von feinen Valeurs und von verschlüsselten Räumen bestimmten Kunstwerke unwiderstehlich fanden. Bescheiden in seiner Bezogenheit auf die Welt, zurückhaltend im öffentlichen Auftritt stand Geer van Veldes Kunst stets außerhalb des wilden Getöses um das neue, nie gesehene Bild. Wie Georges Braque interessierten ihn scheinbar ereignislose Szenerien, wie Giorgio Morandi fand er Gefallen an „leeren“ Räumen zwischen den Flächen, und so strahlen seine Bilder eine überlegene Selbstverständlichkeit aus. Sie sind Beobachtungen eines unaufgeregten Spiels im Atelier, bei dem es keine Gewinner jenseits der Blicke geben muss. In jedem Bild liegt bereits die nächste Möglichkeit verborgen, in jedem erfassten Moment liegt die Ewigkeit. Auf der Suche nach Gesetzmäßigkeiten der freien Form entwickelt Geer van Velde Einzelformen als Charaktere. Im Wechselspiel zwischen vorne und hinten, oben und unten, rechts und links, stummen aber gleichzeitig sprechenden Formen entstehen körperlich erfassbare Wesenheiten aus geometrischen Flächen. Ihre Verspannungen im Bild lassen den Blick durch das helle Licht der Oberfläche wandern. Auch in dem leichten Querformat „Ohne Titel“ von 1962 wird das Bild als ein Modell von Wahrheit verhandelt. Unbedingte Authentizität, bei der die Handlung des Menschen jede Mutwilligkeit vergessen macht. [AH]
872
Geer van Velde
Ohne Titel, Ca. 1962.
Öl auf Leinwand
Nachverkaufspreis: € 48.000
+
 


Weitere Abbildungen
Geer van Velde - Ohne Titel - Rahmenbild
Rahmenbild
 
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