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Auktion: 468 / Klassische Moderne I am 09.06.2018 in München Lot 693

 
Objektbeschreibung
Mann im Sessel. Um 1911.
Öl auf Leinwand.
Verso mit dem Nachlassstempel der Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung sowie auf dem Keilrahmen mit einem Etikett mit der teils gestempelten Nachlassnummer "P 263". 26 x 19,5 cm (10,2 x 7,6 in).

Mit einer schriftlichen Bestätigung der Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung vom 6.Juli 2018. Das Gemälde wird in das Werkverzeichnis der Gemälde von Gabriele Münter aufgenommen.

PROVENIENZ: Aus dem Nachlass der Künstlerin (verso mit dem Nachlassstempel).
Galerie Gunzenhauser, München (verso auf dem Rahmen mit dem Galerieetikett).
Privatbesitz Süddeutschland (um 1976 vom Vorgenannten erworben).

AUSSTELLUNG: Gabriele Münter, Galerie Gunzenhauser, München November 2003 bis Januar 2004.

Essay
Der Reiz des kleinen Gemäldes liegt in seiner skizzenhaften Anlage. Gabriele Münter hat öfter Sitzende im Sessel gemalt. Von allergrößter Berühmtheit ist Münters Porträt von Paul Klee "Mann im Sessel" von 1913, das sich heute im Besitz der Bayerischen Staatsgemäldesammlung in München befindet. Die enge Beziehung zu Wassily Kandinsky, die sich so fruchtbar auf das gesamte künstlerische Schaffen von Münter auswirkte, hat sich in zahlreichen Studien aus dem häuslichen Umfeld manifestiert. Unabhängig von der Deutung des Dargestellten, wird doch in der kleinen Ölskizze das malerische Sehen der Künstlerin besonders deutlich. Nach der Loslösung von einem epigonenhaften Spätimpressionismus wird die Hinwendung zur Farbform als wichtigstes Gestaltungselement ein elementarer Bestandteil im malerischen Schaffen der Künstlerin, was an dem kleinen Gemälde geradezu exemplarisch nachvollzogen werden kann. Über ihre Arbeitsweise schreibt Münter zu dem berühmten Porträt "Mann im Sessel" (Paul Klee): "Frei und nach eigenem Gesetz ist das Bild entstanden, gestützt auf meine Bleistiftskizze und geschöpft aus der Palette. Nach dem Naturanblick habe ich mich nicht mehr gerichtet. Das 'Modell' fehlte im Sessel und die Ateliertapete, die ich vor mir hatte war in Wirklichkeit grau, der Sessel auch. Statt dessen hat im Bild wie von selbst die Wand in das geheimnisvolle Grün und der Sessel das schwere Ultramarin bekommen". (zit nach: Gabriele Münter, Ausst.-Kat. Hamburg/Darmstadt/Aichtal, Aich 1988 unpag. neben Farbtafel XXXIX). In unserer Skizze sind neben einem Rot die dominanten Farben Grün und Blau, doch hier in der Umkehrung: Der Sessel ist grün und die Wand blau. Der unorthodoxe Umgang mit der vorgefundenen Wirklichkeit wird im Schaffen von Gabriele Münter fortan eine wichtige Rolle spielen. [EH]
693
Gabriele Münter
Mann im Sessel, Um 1911.
Öl auf Leinwand
Schätzung:
€ 80.000
Ergebnis:
€ 93.750

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
 


Weitere Abbildungen
Gabriele Münter - Mann im Sessel - Rahmenbild
Rahmenbild
 
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