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Auktion: 468 / Klassische Moderne I am 09.06.2018 in München Lot 727

 
Objektbeschreibung
Red Carpet. 1928.
Gouache über Bleistift auf leichtem, chamoisfarbenem Karton.
In der Darstellung links unten signiert. Im Rand mit Druckvermerken von fremder Hand sowie mit Passermarken. 66,4 x 47,8 cm (26,1 x 18,8 in) , Blattgröße.

PROVENIENZ: Privatsammlung Norddeutschland.

AUSSTELLUNG: Dodo – Leben und Werk, Staatliche Museen zu Berlin 1.3.–28.5.2012; The London Jewish Museum of Art, Ben Uri Gallery, London 22.6.–9.9.2012, Ostfildern 2012, S. 37, Abb. S. 109 (dort unter dem Titel "Rationalisierung, für die Zeitschrift ULK").
Die Neue Frau? Malerinnen und Grafikerinnen der Neuen Sachlichkeit, Städtische Galerie, Bietigheim-Bissingen 25.4.–12.7.2015, Bonn 2015, S. 49 und 227, Kat.-Nr. 21, Abb. S. 55.
Glanz und Elend in der Weimarer Republik, Schirn Kunsthalle, Frankfurt am Main 27.10.2017–25.2.2018, München 2017, S. 90 und 292.

LITERATUR: ULK, Illustriertes Wochenblatt für Humor und Satire, Nr. 51, 57. Jahrg., 21. Dezember 1928, Berlin, S. 4 und 5 (dort redaktionell betitel "Rationalisierung").
"In der kurzen Zeitspanne von 1927 bis 1929 entstanden mehr als sechzig Illustrationen für den ULK, das Illustrierte Wochenblatt für Humor und Satire, das seit 1872 als Beilage des von Rudolf Mosse herausgegebenen liberalen Berliner Tagesblatts erschien. Die größtenteils farbig ausgeführten, meist als ganz- oder doppelseitige Abbildungen und vielfach als Titelseiten publizierten Blätter machen deutlich, dass Dodo ein originärer Platz in der Kunstgeschichtsschreibung gebührt." (zit. nach: Miriam-Esther Owesle, in: Dodo. Leben und Werk, 2012, S. 33.

Essay
Ihr eigenes Umfeld, die "Goldenen Zwanziger" in der Metropole Berlin, gibt Dodo den Stoff für ihre Arbeiten. Sie bildet die mondäne Gesellschaft jedoch nicht nur ab, sondern hält ihr gleichermaßen einen Spiegel vor, indem sie einerseits Vergnügen und Luxus, andererseits aber auch Intrigen, Fassaden und innere Leere darstellt. "Unnahbar und blasiert, geschminkt und gepudert erschien die Dame von Welt abends in großer Toilette. Der Mantel mit üppiger Pelzverbrämung an Kragen, Ärmeln und Saum, wie er von einer Vielzahl von Dodos Protagonistinnen getragen [..] wird, dient nicht nur zum Schutz gegen die kalte Witterung, sondern auch der Koketterie. Man trägt ihn ebenso in Innenräumen wie am Strand und verleiht sich damit eine extravagante Note. Und er ist mehr als das: Als drapierende Umrahmung des zarten Kerns der Frauen, wappnet er sie wie ein Schutzpanzer gegen die herrschende soziale Kälte." (zit. nach: Miriam-Esther Owesle, Embleme des Zeitgeists – Dodos Illustrationen für das Unterhaltungsblatt ULK, in: Renate Krümmer (Hrsg.), Dodo. Leben und Werk. Life and Work. 1907–1998, Ostfildern 2012, S. 34). Von der Redaktion des satirischen Wochenblattes ULK wurde vorliegende, großformatige und deshalb doppelseitig gedruckte "Red Carpet"-Szene mit dem Titel "Rationalisierung" betitelt und mit dem satirisch überzeichneten Wortwechsel unter Damen der sich in dekadenter Manier selbst feiernden Upperclass versehen: "Reizenden Zweisitzer habt ihr. Aber wo bringt Ihr die Kinder unter?" – "Mädi benutzen wir als Glückspuppe und Karl-Heinz als Kühlerfigur!". [JS]
727
Dodo (d. i. Dörte Clara Wolff)
Red Carpet, 1928.
Gouache
Schätzung:
€ 40.000
Ergebnis:
€ 47.500

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
 


Weitere Abbildungen
 Dodo (d. i. Dörte Clara Wolff) - Red Carpet - Rahmenbild
Rahmenbild
 
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