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Auktion: 479 / Klassiker des 20. Jahrhunderts I am 08.12.2018 in München Lot 836

 
Objektbeschreibung
Weiße Calla über roten und gelben Blüten. Um 1925/1930.
Aquarell.
Rechts unten signiert. Auf Japan. 34,3 x 45,8 cm (13,5 x 18 in) , blattgroß.

Mit einer Fotoexpertise von Prof. Dr. Martin Urban, Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde, vom 25. April 1993, darauf mit zusätzlicher handschriftlicher Bestätigung von Dr. Manfred Reuther, Ada und Emil Nolde Stiftung, Seebüll, vom 8. Juli 2008. Die Arbeit ist im Archiv der Nolde Stiftung registriert.

PROVENIENZ: Villa Grisebach Auktionen, Berlin, 37. Auktion, Ausgewählte Werke, 27. Mai 1994, Kat.-Nr. 25, mit ganzseitiger Abb.
Privatsammlung Baden-Würtemberg (1994 beim Vorgenannten erworben, seither in Familienbesitz).

"Die blühenden Farben der Blumen und die Reinheit dieser Farben, ich liebte sie. Ich liebte die Blumen in ihrem Schicksal: emporsprießend, blühend, leuchtend glühend, beglückend, sich neigend, verwelkend, verworfen in der Grube endend. Nicht immer ist unser Menschenschicksal ebenso folgerichtig und schön."
Emil Nolde, zit. nach: Martin Urban, Emil Nolde - Blumen und Tiere. Aquarelle und Zeichnungen, Köln 1965, S. 7f.



Aufrufzeit: 08.12.2018 - ca. 16.55 h +/- 20 Min.

Essay
Das Potenzial der Farbe für seine Malerei entdeckt der "Brücke"-Künstler Emil Nolde im Sommer 1906 in einer Serie von Garten- und Blumenbildern. In den folgenden beiden Jahren entstehen insgesamt ganze 28 Gemälde dieser Art in rascher Folge, die teils 1908 in der Berliner Galerie Paul Cassirer erstmals der Öffentlichkeit präsentiert werden und aufgrund der Kühnheit ihrer Farbwirkung in der arrivierten Kunstwelt zunächst äußerst geteilte Reaktionen hervorrufen. Nolde breitet hier die dichte Staffelung der Pflanzen wie einen Teppich über die gesamte Leinwandfläche aus, ihn interessiert hierbei nicht das dokumentarische Studium der Pflanzen, sondern vielmehr die simultane Wirkung der leuchtenden Farben, die fortan zum zentralen Ausdrucksträger seiner Schöpfungen werden sollte und die Bedeutung der Kontur zunehmend in den Hintergrund drängt. Somit ist es ein künstlerisch notwendiger Schritt, dass Nolde ab 1910 seine berühmten Blumenarrangements in Form von Aquarellen auf saugfähigem Japan ausführt, das er vor dem Farbauftrag anfeuchtet. Diese "Nass-in-Nass"-Technik kommt seinem Wunsch nach Unmittelbarkeit und Spontaneität im Umgang mit der Farbe besonders entgegen. Die Farbe entwickelt im Kontakt mit dem feuchten Papier ein dynamisches Eigenleben, sie zerfließt, verschwimmt, breitet sich aus und durchtränkt das Papier. Nolde ist ein Meister dieses Verfahrens und er setzt der Freiheit der Farbe souverän Grenzen, indem er sich den fortschreitenden Trocknungsprozess des Papieres zu Nutze macht und teils auch auf das getrocknete Papier mit dem Pinsel konturierende Flächen setzt. Das Ergebnis sind Arbeiten von außergewöhnlicher Leuchtkraft und Farbtiefe. Besonders ist darüber hinaus in unserer ausdrucksstarken Komposition "Weiße Calla über roten und gelben Blüten" die starke, nahezu abstrakt anmutende Stilisierung der Formen. Selten hat Nolde die exzentrischen Blüten der Calla in seinen Aquarellen festgehalten, die er hier vor schwarzem Grund in all ihrer Leuchtkraft und Stärke inszeniert [JS]
836
Emil Nolde
Weiße Calla über roten und gelben Blüten, Um 1925/1930.
Aquarell
Schätzpreis: € 70.000 - 90.000
+
 


Weitere Abbildungen
Emil Nolde - Weiße Calla über roten und gelben Blüten - Rahmenbild
Rahmenbild
 
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