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Auktion: 468 / Klassische Moderne I am 09.06.2018 in München Lot 689

 
Objektbeschreibung
Der Flötenbläser. 1936.
Bronze mit goldbrauner Patina.
Laur 596, 2 oder 3 (von 3). Verso mit dem Namenszug und dem Gießerstempel "H. Noack Berlin" sowie wohl nachträglich hinzugefügt "Friedenau". Einer von 26 unnummerierten Güssen aus einer Gesamtauflage von 32. Höhe: 58,7 cm (23,1 in).
Gegossen von der Kunstgießerei Hermann Noack, Berlin, wohl 1950er Jahre.
Weitere Güsse des "Flötenbläsers" befinden sich u. a. im Wilhelm Lehmbruck Museum, Duisburg, der Ernst Barlach Stiftung, Hamburg, sowie der Kunsthalle Mannheim.

Mit einem Gutachten der Ernst Barlach Linzenverwaltung, Ratzeburg, vom 2. Mai 2018.

PROVENIENZ: Otto Gerson Gallery, New York.
Sammlung Julian & Leila Sobin, Boston (wohl um 1960-1998; vom Vorgenannten erworben und bei der nachfolgenden Auktion eingeliefert).
Sotheby´s London, German and Austrian Art from the Julian and Leila Sobin Family Collection, 8. Dezember 1998, Los 264.
Privatbesitz Schweiz (1998-2000; in der vorgenannten Auktion erworben und bei der nachfolgenden Auktion eingeliefert).
Sotheby`s London, Impressionist and Modern Art, Teil 2, 28. Juni 2000, Los 232.
Privatsammlung Schweiz (in der vorgenannten Auktion erworben, seither in Familienbesitz).

AUSSTELLUNG: Sculpture and sculptors drawings. Otto Gerson Gallery, New York 1959, o. Abb.



Essay
Wie die beiden Barlach-Ausstellungen im Berliner Kunstsalon von Paul Cassirer in den Jahren 1917 und 1927 belegen, in denen schwerpunktmäßig Holzskulpturen ausgestellt waren, gründete Ernst Barlachs Ruhm als Bildhauer zu seinen Lebzeiten zunächst vorrangig auf seinem holzbildhauerischen Werk. Bis 1930 spielen Bronzen, die heute maßgeblich unsere Vorstellung vom Schaffen des Künstlers prägen, hingegen nur eine untergeordnete Rolle. Erst der Galerist Alfred Flechtheim regt Barlach nach Cassirers Tod dazu an, sich dem Bronzeguss zuzuwenden. Und auch Barlach beginnt, spätestens seit der Ausführung seines schwebenden Engels des "Güstrower Ehrenmahles" durch die Bronzegießerei Hermann Noack in Berlin, sich zunehmend für diese technische Umsetzung seiner plastischen Arbeiten zu interessieren. Zusammen mit Flechtheim hat Barlach ein Gussprogramm erarbeitet, das zunächst lediglich 20 Werke nach Modellen aus den Jahren zwischen 1907 und 1930 vorsah und 1931 nochmal um fünf weitere Werke erweitert werden sollte, dessen Umsetzung allerdings in Teilen an Flechtheims Emigration nach London im Jahr 1933 und Barlachs Verfehmung unter dem NS-Regime als "entarteter" Künstler scheitert. Auch von Barlachs "Flötenbläser", den der Künstler 1936 zunächst in Holz gehauen und in Gips geformt hat, wurden aus diesem Grund lediglich drei der insgesamt 32 Bronzegüsse zu Lebzeiten des Künstlers ausgeführt. [JS]
689
Ernst Barlach
Der Flötenbläser, 1936.
Bronze
Nachverkaufspreis: € 30.000
+
 


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Ernst Barlach - Der Flötenbläser - Rückseite
Rückseite
Ernst Barlach - Der Flötenbläser - Weitere Abbildung
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Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Ernst Barlach "Der Flötenbläser"
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