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Auktion: 470 / Kunst nach 1945 I am 09.06.2018 in München Lot 852

 
Objektbeschreibung
Cavalli e Cavalieri. Wohl um 1958/59.
Mischtechnik .Gouache und Tusche auf Malkarton.
Rechts unten signiert. 40 x 37 cm (15,7 x 14,5 in) , blattgroß.

Mit einer Foto-Expertise der Fondazione Marino Marini, Pistoia, vom 17. Februar 2004 (in Kopie). Das Werk ist dort unter der Archivnummer 296 registriert.

PROVENIENZ: Privatsammlung USA.
Privatsammlung Deutschland.

AUSSTELLUNG: Hackett-Freedman Gallery (ab 1986; verso mit dem Etikett).

"Was mich betrifft, so habe ich nicht mehr die Absicht, den Sieg eines Helden zu feiern. Ich möchte etwas Tragisches ausdrücken, eine Art Menschheitsdämmerung, eher eine Niederlage als einen Sieg."
Marino Marini, 1958 zit. nach: Kritisches Lexikon der Gegenwartskunst, München 2002, S. 10.



Essay
Marino Marinis Werk ist gekennzeichnet von drei immer wiederkehrenden Motivkomplexen, wobei neben den weiblichen Akten in Gestalt der Pomona und den Akrobaten oder Tänzern das Motiv des Pferdes das wohl berühmteste ist. "Pferd und Reiter müssen eine starke Anziehungskraft auf Marini gehabt haben, denn sie dominieren in seinem Werk. [..] Abgesehen von seinem symbolischen Stellenwert spricht das Pferd den Künstler durch manche Eigenschaften an: durch die Erscheinung , das Spiel der Muskeln, die Anmut der Bewegung, und letztlich durch die Furcht, die es hervorruft, wenn es zornig erregt oder in Panik versetzt ist. Das Pferd ist Gegenstand vortrefflicher Kunstwerke, angefangen bei den Höhlenmalereien aus dem Paläolithikum [..]. Wenn Marini das Pferd als sein Hauptthema wählt, so zeigt er damit eine Vorliebe, die so alt ist wie die Kunst selbst." (zit. nach: Patrick Waldberg und G. di San Lazzaro, Marino Marini. Leben und Werk, Frankfurt 1971, S. 12). In unserer schönen Komposition ist diese berühmte Motivik Marinis in besonderer zeichnerischer Schärfe umgesetzt, wie nicht nur die souverän-minimalistische Linienführung, sondern auch die reduziert eingesetzte Akzentuierung durch weiße und erdige Farbflächen eindrucksvoll vor Augen führt. Jedoch ist es nicht mehr die Erhabenheit der Darstellung von Pferd und Reiter, die Marini bei der vorliegenden Zeichnung in den Fokus seiner Darstellung rückt, sondern - wie für seine Arbeiten ab den späten 1950er Jahren zunehmend typisch - geradezu das Scheitern, und damit die Demontage des einst glücklichen Reiters, der in der vorliegenden Arbeit strauchelnd vom Pferd zu stürzen droht und somit aufs Deutlichste mit der kunsthistorischen Tradition des erhabenen Reiterstandbildes bricht. [JS]
852
Marino Marini
Cavalli e Cavalieri, Wohl um 1958/59.
Mischtechnik
Nachverkaufspreis: € 40.000
+
 


Weitere Abbildungen
Marino Marini - Cavalli e Cavalieri - Rahmenbild
Rahmenbild
 
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