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Auktion: 479 / Klassiker des 20. Jahrhunderts I am 08.12.2018 in München Lot 810

 
Objektbeschreibung
Abstrakter Kopf: Erleuchtung II. 1919.
Öl auf Papier, mit schwer leserlicher Prägung "Vidalon [..]", original auf Karton kaschiert.
Jawlensky/Pieroni-Jawlensky/Jawlensky 1087. Links unten monogrammiert. Verso mit der am Oberrand ausgeschnittenen und aufkaschierten Signatur sowie datiert und von Andreas Jawlensky, dem Sohn des Künstlers, bezeichnet "Erleuchtung.II / Jawlensky Buch / S. 245 / Nr. 257" sowie von einer weiteren Hand "Nr. 29 / A. v. Jawlensky / Heilandsgesicht.". Papier: 36,7 x 26,6 cm (14,4 x 10,4 in). Unterlagekarton: 37,2 x 27,2 cm ( 14,6 x 10,7 in).

PROVENIENZ: Nachlass des Künstlers.
Dalzell Hatfield Galleries (im März 1963 aus dem Nachlass erworben).
Serge Sabarsky Gallery, New York (um 1981; mit einer Fotobestätigung vom 18. August 1981).
Privatsammlung Süddeutschland (1981 beim Vorgenannten erworben; seither in Famlienbesitz).

AUSSTELLUNG: Alexej von Jawlensky, Ruhmeshalle, Barmen 1922, wohl unter dem Titel "Erleuchtung" in der Liste der ausgestellten Werke verzeichnet.
Freie Künstlerschaft Wiesbaden, Nassauischer Kunstverein, Wiesbaden, Oktober 1926, wohl Kat.-Nr. 38, unter dem Titel "Erleuchtung".
Europäische Kunst der Gegenwart, Kunstverein Hamburg, Hamburg 1927, wohl Kat.-Nr. 315.
Alexej von Jawlensky, Comune di Milano, Palazzo Reale, Mailand 8.4.-4.6.1995, Nr. 64, Abb. S. 155.
Alexej von Jawlensky in der Schweiz 1914-1921, Kunsthaus Zürich, 26.10.2000-14.1.2001; Fondation de l`Hermiate, Lausanne 26.1.-13.5.2001; Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum, Duisburg 30.6.-9.9.2001, ohne Kat.-Nr.
Alexej von Jawlensky. Magische Bilder. Die Retrospektive, Ausst.-Kat. hrsg. v. Tayfun Belgin und Angelika Jawlensky-Bianconi, Kunsthalle Krems, 27.4.-21.9.2003, Abb. S. 114.
Alexej von Jawlensky. Reisen, Freunde, Wandlungen, Ausst.-Kat. hrsg. von Tayfun Belgin, Museum am Ostwall, Dortmund 16.8.-15.11.1998, Heidelberg 1998, S. 325 (hier Nr. 260), Abb. S. 260.

LITERATUR: Clemens Weiler, Alexej Jawlensky, Köln 1959, Nr. 257, S. 245.
Rudy Chiappini, Alexej von Jawlensky. Una pittura sensuale e vollutuosa, in: Artigianato tra arte, funzione e design, Mailand 1995, Nr. 17, Abb. S. 37.
Tayfun Belgin, Alexej von Jawlensky. Eine Künstlerbiografie, Heidelberg 1998, Abb. S. 117.
Tayfun Belgin, Alexej von Jawlensky. A biography, St. Petersburg 2000, Abb. S. 127.
Angelika Affentranger-Kirchrath, Jawlensky. Das andere Gesicht, Bern 2000, Abb. S. 190.
Angelika Jawlensky-Bianconi, Alexej von Jawlensky. Un dialogo divino, in: Ausst.-Kat. Sulle vie dell`illuminazione. Il mito dell`India nella cultura occidentale 1808 -2017, Mailand 2017, Nr. 366, Abb. S. 341.
"Das Werk Jawlenskys hat heute seinen festen Platz in der Kunstgeschichte unseres Jahrhunderts. [..] Jawlensky beschränkte sich im Laufe seiner künstlerischen Entwicklung immer mehr auf ein einziges Thema, das menschliche Gesicht als Träger der Empfindung. Bei aller Vertiefung und Variationsbreite reduzierte er seine Ausdrucksmittel auf ein Minimum."
Clemens Weiler, zit. nach: C. Weiler, Hanau 1970, S. 9.

Aufrufzeit: 08.12.2018 - ca. 16.15 h +/- 20 Min.

Essay
Die vorliegende Arbeit "Abstrakter Kopf: Erleuchtung II" überzeugt nicht nur durch die Stärke der Komposition, die bis auf ein Minimum reduzierte Anlage des menschlichen Gesichtes, sondern darüber hinaus durch die ausgesprochene Frische und Leuchtkraft der Farben. Die besondere Balance und Ausgewogenheit der allein aus einem strengen Liniengefüge und nahezu auf Binnenstrukturen verzichtenden Flächen aufgebauten Komposition zeigt deutliche Parallelen zur etwa zeitgleichen Malerei des Suprematismus. Neben formalen Parallelen sucht auch die Kunst des Suprematismus nach ihrem russischen Protagonisten Kasimir Malewitsch, der reinen Empfindung eine Vorrangstellung vor allem Gegenständlichen einzuräumen. Jawlensky bleibt zwar Zeit seines Lebens der gegenständlichen Malerei treu, jedoch fokussiert er sich ab dem Jahr 1919 auf die Darstellbarkeit unterschiedlichster Valeurs menschlichen Empfindens mithilfe des bis auf ein Minimum reduzierten Formenrepertoires des menschlichen Gesichtes.
Jawlenskys "Abstrakter Kopf: Erleuchtung II" gehört zu den ersten der ab dem Jahr 1919 entstehenden Gemälde aus der Werkreihe der "Abstrakten Köpfe" (1919-1935), sie sollten für Jawlenskys malerisches Schaffen fortan und bis hin zu seinen späten "Meditationen" in entscheidender Weise prägend sein. Jawlensky selbst hat die künstlerische Bedeutsamkeit dieser Schaffenszeit in seinen Lebenserinnerungen rückblickend folgendermaßen beschrieben: "Wir siedelten Anfang April 1918 nach Ascona über. Die folgenden drei Jahre in Ascona waren die interessantesten meines Lebens. [..] Viele Variationen sind dort entstanden. Und dann fing ich meine >Heilandsgesichter< und >abstrakten Köpfe< an zu malen. Für mich waren es Heiligenköpfe. Wenn ich mich jetzt - 1937 - an diese Zeit erinnere, wo ich krank bin und über siebzig Jahre alt, so weint meine Seele vor Trauer und Sehnsucht." Lebenserinnerungen, zit. nach: C. Weiler, Köpfe-Gesichte-Meditationen, Hanau 1970, S. 119. [JS]
810
Alexej von Jawlensky
Abstrakter Kopf: Erleuchtung II, 1919.
Öl
Schätzpreis: € 200.000 - 300.000
+
 


Weitere Abbildungen
Alexej von Jawlensky - Abstrakter Kopf: Erleuchtung II - Rahmenbild
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Alexej von Jawlensky - Abstrakter Kopf: Erleuchtung II - Weitere Abbildung
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