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Auktion: 479 / Klassiker des 20. Jahrhunderts I am 08.12.2018 in München Lot 823

 
Objektbeschreibung
Hamburger Hafen. Nach 1910.
Aquarell und Tusche.
Links unten signiert. Auf Japan. 29,8 x 46,8 cm (11,7 x 18,4 in).

Mit einer Fotoexpertise von Prof. Dr. Manfred Reuther, Klockries, vom 5. Oktober 2017. Das Aquarell ist unter der Nummer "Nolde A - 49/ 2017" im Archiv Reuther gelistet.

PROVENIENZ: Sammlung Gustav Stein, Köln.
Stuttgarter Kunstkabinett, 21. Mai 1960, Lot 445, Tafel 201 mit sw-Abb. (aus der Sammlung des Vorgenannten).
Sammlung Peggy und David Rockefeller (beim Vorgenannten erworben).

LITERATUR: M. Potter, The David and Peggy Rockefeller Collection: European Works of Art, New York, 1984, Band I, S. 308, Nr. 130 (mit Abb.).
"Sehenswürdigkeiten darf der Besucher hier nicht erwarten. Großartig aber und einzig ist das Leben und Treiben der Stadt, wie es sich namentlich am Hafen äußert. Man fühlt, daß Hamburg Weltstadt ist, daß hier der Ozean offen und über ihn hinweg die Welttheile im Wechselverkehr stehen."
Baedeker-Reiseführer von 1880 zu den Hamburger Attraktionen, zit. nach: Felix Krämer, Seestücke, S. 89, in: Ausst.-Kat. Emil Nolde. Retrospektive, 2014.

Essay
Hamburg ist für den im deutsch-dänischen Grenzland lebenden Nolde die nächstgelegene Großstadt. Hier findet er Förderer und Sammler wie die Ehepaare Luise und Gustav Schiefler sowie Martha und Paul Rauert und feiert erste Erfolge mit Ausstellungen in Galerien wie zum Beispiel in der renommierten Galerie Commeter. Oft ist Hamburg Zwischenhalt für seine Reisen nach Berlin, wo er seit 1901 ein Atelier unterhält. Im Februar und März 1910 hält sich Emil Nolde für eine längere Zeit in Hamburg auf. Im Hafenviertel entstehen zahlreiche Tuschpinselzeichnungen, Aquarelle, grafische Arbeiten und einige Gemälde. Der Hamburger Hafen ist zu dieser Zeit der zweitgrößte Hafen Europas. Man kann sich die hektische Betriebsamkeit, die hier zu jeder Tages- und Jahreszeit herrscht, lebhaft vorstellen. Unermüdlich zieht es den Maler jeden Tag hinaus in das Gewirre und Getöse des Hafens. Dabei interessiert er sich weniger für die alltägliche Arbeit der Matrosen und Hafenarbeiter, sondern für den spannungsvollen Wettstreit von Natur und Technik. Hier findet Nolde seine Motive: die Schiffe und Pinassen, die schäumenden Wellen, Rauch und Dampf, aber auch die Docks, die Landungsbrücken und die dunklen Silhouetten der Stadt. Hamburg bietet ihm alles, was ihn fasziniert, er spürt das Wasser und das raue Wetter, erlebt die Atmosphäre des Hafens. Diese Eindrücke nimmt Nolde auf und verarbeitet die inneren Bilder später in seinen grandiosen Arbeiten weiter. Die Liebe des Künstlers zu den Elementen ist bekannt, seine Kompositionen leben von tosendem Wasser, von beeindruckenden Sonnenuntergängen und dramatisch verfärbten Himmeln. Auch in seinen in Hamburg entstehenden Kompositionen ist dies sein Anliegen: Er möchte die von Wasser, Licht, Nebel und Qualm bestimmte Hafenatmosphäre sinnlich erfahrbar machen. Dies gelingt ihm einmal mehr durch seinen dynamischen Pinselstrich und die virtuos eingesetzte Aquarelltechnik. [SM]
823
Emil Nolde
Hamburger Hafen, Nach 1910.
Aquarell
Nachverkaufspreis: € 100.000
+
 


Weitere Abbildungen
Emil Nolde - Hamburger Hafen - Rahmenbild
Rahmenbild
Emil Nolde - Hamburger Hafen - Weitere Abbildung
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