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Auktion: 479 / Klassiker des 20. Jahrhunderts I am 08.12.2018 in München Lot 118001657

 
Objektbeschreibung
Light-Disk (Light Box). 1966.
Nägel auf Leinwand auf Holzscheibe, in Holzkiste mit Plexiglasscheibe. Mit Beleuchtung und elektrischem Motor.
Honisch 504. Verso signiert, datiert und betitelt "Lichtkasten" sowie mit Richtungspfeil und Bezeichnung "OBEN". 80 x 80 x 20 cm (31,4 x 31,4 x 7,8 in) . Durchmesser der beweglichen Scheibe: ca. 60 cm.

Eine der ausgesprochen seltenen, motorbetriebenen Lichtscheiben auf dem internationalen Auktionsmarkt. Ein Großteil dieser für die Kunst der "ZERO"-Bewegung bedeutenden Arbeiten befindet sich heute in öffentlichen Sammlungen wie dem Kunstmuseum Düsseldorf, dem Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen, und dem Museum Boymans-van Beunigen, Rotterdam.
Dieses Werk ist im Uecker Archiv unter der Nummer GU.66.036 registriert und wird vorgemerkt für die Aufnahme in das entstehende Uecker-Werkverzeichnis.

PROVENIENZ: Galerie Elke und Werner Zimmer, Düsseldorf (um 1979).
Privatsammlung Nordrhein-Westfalen (seit 1999).

LITERATUR: Lothar Wolleh (Hrsg.), Uecker, eine Dokumenation mit Texten von Günther Uecker und fünf Originalgraphiken, Köln 1970/71, o. S.
Von der Abstraktion zum Informel, Galerie Elke und Werner Zimmer, Düsseldorf 3.9.-24.11.1979, mit sw-Abb. auf der Rückseite des Kataloges.
"Ich denke, dass man den Mut haben sollte, zu forschen und zu zeigen, was uns noch unbekannt ist, einen schöpferischen Impuls sichtbar zu machen, der noch nicht die Merkmale des Historischen trägt - diese Patina der Verklärung."
Günther Uecker, 1982, zit. nach: Dieter Honisch, Günther Uecker eine Retrospektive, Kunsthalle der Hypokulturstiftung, München 19.6.-15.8.1993, o. S.

Essay
Selten, aber zentral für Ueckers künstlerisches Schaffen, sind seine motorbetriebenen Nagelobjekte, vorrangig sich drehende Lichtscheiben, und auch seine zusätzlich beleuchteten Lichtkästen. Diese frühen und kunsthistorisch bedeutenden Arbeiten bereiten nicht nur das Kreis- und fortwährende Bewegungsmotiv von Ueckers riesigen Sandspiralen vor, sondern haben mit diesen auch die Entindividualisierung der künstlerischen Handschrift sowie die ständige Veränderung ihrer optischen Erscheinung gemein. Bereits 1961 hat Uecker in der Künstlerzeitschrift "ZERO" über seine Arbeit geschrieben: "Ich benutze mechanische Mittel [..] um die subjektive Geste zu überwinden, zu objektivieren, eine Situation der Freiheit zu schaffen." (zit. nach: Günther Uecker, Porträt Mensch, Wien 2016, S. 88). Gerade die Verwendung des Nagels, den Uecker als Mittel zur Überwindung jeder subjektiven künstlerischen Geste einsetzt, wird - in gewisser Weise geradezu paradox - fortan schnell zu seinem ganz eigenen künstlerischen Markenzeichen. Die Nägel sind auch Ueckers Beitrag zu den beiden lichtscheibenähnlichen Gemeinschaftsarbeiten "Weisse Lichtmühle" und "Silbermühle" aus dem Jahr 1964, die er jeweils gemeinsam mit seinen "ZERO"-Mitstreitern Heinz Mack und Otto Piene geschaffen hat und die noch in ihrem Entstehungsjahr in "ZERO"-Ausstellungen gezeigt werden. 1964 reist Uecker auch zum ersten Mal nach New York, wo er gemeinsam mit Piene und Mack in der Howard Wise Gallery ausstellt. Schließlich mietet er sich, angeregt durch seinen Erfolg in den USA, 1965 ein Atelier in New York. In diesem Kontext entsteht Ueckers berühmte, ebenfalls motorbetriebene Arbeit "New York Dancer" (1965). Die in vier unterschiedlichen Varianten ausgeführte, mit Stoff und Nägeln überspannte Metallstehle, deren erste Version sich bis heute im Besitz des Künstlers befindet, rotiert um ihre eigene Achse und beginnt, sich damit je nach Geschwindigkeit unterschiedlich in den Raum auszubreiten.
Bei unserem frühen Lichtkasten wird gerade durch die integrierte Beleuchtung die stete Veränderung des Werkes im Auge des Betrachters, welche bereits in der Rotation der Scheibe angelegt ist, noch verschärft, da das natürliche Licht in Kombination mit dem elektrischen Leuchtkörper ein wechselvolles Spiel aus scharfen Schattenformationen hervorruft, die den Betrachter optisch herausfordern und begeistern. [JS]
118001657
Günther Uecker
Light-Disk (Light Box), 1966.
Schätzpreis: € 300.000 - 400.000
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Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Günther Uecker "Light-Disk (Light Box)"
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Zuschlag bis einschließlich € 500.000: 32 % Aufgeld
Zuschläge über € 500.000: Teilbeträge bis einschließlich € 500.000 32 %, Teilbeträge über € 500.000 27 % Aufgeld
Das Aufgeld enthält die Umsatzsteuer, diese wird jedoch nicht ausgewiesen.

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Zuschlag bis einschließlich € 500.000: 25 % Aufgeld zuzügl. der gesetzlichen Umsatzsteuer
Zuschläge über € 500.000: Teilbeträge bis einschließlich € 500.000 25%, Teilbeträge über € 500.000 20% Aufgeld, jeweils zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer

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Bei Objekten, deren Künstler nicht bereits vor mindestens 70 Jahren verstorben ist, fällt eine Folgerechtsumlage i.H. von 1,5% zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer an.
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