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Auktion: 478 / Ketterer Contemporary am 08.12.2018 in München Lot 709

 
Objektbeschreibung
Untitled (Diptychon). 1987.
Öl auf Leinwand.
Jeweils verso auf der Leinwand signiert, datiert sowie mit der Adresse des Künstlers bezeichnet und nummeriert "3" und "4". 190 x 260 cm (74,8 x 102,3 in). Jeweils 190 x 130 cm ( 74,8 x 51,1 in).
[CH].

PROVENIENZ: Privatsammlung USA.

AUSSTELLUNG: Edward Thorp Gallery, New York, 1987 (jeweils mit dem Galerieetikett).
Galerie Nordenhake, Stockholm (jeweils mit dem Galerieetikett).

"Man muss die Malerei nicht erfinden, das Leben malt selbst, das Leben selbst ist Malerei, man muss nur leben. Es ist ebenso natürlich wie das Gehen, das Fühlen, man muss nur einen Grund finden, es zu tun. Die Grenzen werden allein durch die Biographie bestimmt, und diese kann man nicht betrügen."
Leon Tarasewicz, zit. nach: Joanna Mytkowska, Leon Tarasewicz. Man muss bloß leben, in: Verteidigung der Moderne. Positionen der polnischen Kunst nach 1945, Museum Würth, Bonn 5.10.2000-24.1.2001, S. 271f.



Aufrufzeit: 08.12.2018 - ca. 15.08 h +/- 20 Min.

Essay
Zwischen 1979 und 1984 studiert Leon Tarasewicz an der Akademie der Bildenden Künste in Warschau, an der er heute auch eine Lehrtätigkeit an der Fakultät für Mediale Künste ausübt. Bereits 1987 findet eine erste Einzelausstellung im Nationalmuseum in Warschau statt. Nach seinem Studium zieht es den Künstler zurück in seinen von dichtem Birkenwald umgebenen Heimatort in der polnischen Provinz nahe Gródek. Dorthin, wo es bereits viele Bewohner aus der entlegenen Einöde in die Städte gezogen hat. Tarasewiczs Atelier befindet sich in der Turnhalle einer ehemaligen Schule. An diesem fast vergessenen Ort, abseits der Großstadt und der flirrenden, schnelltaktigen internationalen Kunstwelt pflegt der Künstler einen ständigen, engen Kontakt zur der ihn umgebenden Natur - der wichtigsten Inspirationsquelle seiner Kunst. Die zum Teil vernachlässigte polnische Landschaft aus dichten Wäldern, weiten Feldern und Wiesen motiviert und nährt seine künstlerische Energie, die sich in variierenden malerischen Darbietungen entlädt. Typischerweise setzen die Arbeiten - wie auch das hier angebotene Werk - mithilfe kräftiger Farbmodulationen und Hell-Dunkel-Kontrasten eine Gruppe fragmentierter, grazil anmutender Baumstämme in unterschiedlichsten Lichtsituationen in Szene. Doch die vielfältigen Naturbezüge und naturalistischen Elemente in Tarasewiczs Arbeiten werden dabei fast gänzlich der Abstraktion geopfert, auf reine Form- und Farbenspiele reduziert. Auf landschaftliche Ausblicke bzw. bildliche Tiefe oder eine Horizontlinie wird verzichtet, die sowohl am oberen als auch unteren Bildrand beschnittenen Baumgruppierungen werden zu linearen, vertikal oder leicht schräg verlaufenden und sich überkreuzenden Unterteilungen der Bildfläche vereinfacht. Als variierende Farbkörper werden die Formen zueinander in Bezug gestellt, müssen sich durch ihre satte Strahlkraft vor dem tiefen Schwarz behaupten und scheinen ganz eigenständig aus sich selbst heraus zu leuchten. Im Grunde gibt die Kunst Tarasewiczs vor, ganz simpel zu sein. Und doch geht es letztendlich nicht nur um Komposition, Farbe oder malerische Techniken. Die Arbeiten sind hochgradig gefühlsbestimmt, entstehen als Emotion und Reaktion auf persönliche Prägungen und die unmittelbare Umgebung des Lebensmittelpunkts, auf sozialpolitische Entscheidungen, Landflucht und fehlende Entwicklung. Trotz der geografischen Distanz beweist Tarasewicz seit über dreißig Jahren mit zahlreichen Einzelausstellungen, unter anderem in Stockholm, London, Berlin, Barcelona, Mailand und New York, dass er Teil der internationalen Kunstwelt ist. 2001 gestaltet er den polnischen Pavillon auf der 49. Venedig-Biennale. [CH]
709
Leon Tarasewicz
Untitled (Diptychon), 1987.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 20.000 - 30.000
+
 


Weitere Abbildungen
Leon Tarasewicz - Untitled (Diptychon) - Weitere Abbildung
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Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Leon Tarasewicz "Untitled (Diptychon)"
Dieses Objekt wird differenzbesteuert, zuzüglich einer Einfuhrumsatzabgabe in Höhe von 7 % (Ersparnis von etwa 5 % im Vergleich zur Regelbesteuerung) oder regelbesteuert angeboten.

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Bei Objekten, deren Künstler nicht bereits vor mindestens 70 Jahren verstorben ist, fällt eine Folgerechtsumlage i.H. von 1,5% zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer an.