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Auktion: 479 / Klassiker des 20. Jahrhunderts I am 08.12.2018 in München Lot 118001727

 
Objektbeschreibung
Minneapolis Fragment. 1974.
Mischtechnik . Bleistift, Hasenblut und F.I.U.-Stempel auf Metallplatte, hinter Glas in einen Stahlrahmen montiert.
Mittig signiert. 64,5 x 90 cm (25,3 x 35,4 in).

PROVENIENZ: Art School of Minneapolis, Minneapolis.
Hirschl & Adler Modern, New York.
Privatsammlung (seit November 1988, direkt vom Vorgenannten erworben).
Privatsammlung.
Privatsammlung Europa.

AUSSTELLUNG: New York, Hirschl & Adler Modern, Joseph Beuys: Ideas and Actions, 1988, Kat.-Nr. 48, S. 76/77 mit Abb.

LITERATUR: Klaus Staeck/ Gerhard Steidl, Beuys in Amerika, 1987, Abb. o. S.
Ich bin kein Theoretiker, sondern ich suche nach einer Wirklichkeit. Eigentlich meine ich, das, was ich mache, geht über die Theorie hinaus und ist ein Suchen einfach nach der wirklichen Gestalt der Dinge.
Joseph Beuys, 1969

Essay
Im Januar 1974 begibt sich Beuys mit einigen Weggefährten auf seine erste Amerikareise. Der Galerist Ronald Feldman organisiert für Beuys in den USA eine Art Vorlesungsreihe unter dem Titel "Energy Plan for the Western Man". Er diskutiert mit Kunststudenten, Kunstschaffenden und Gleichgesinnten über seinen Kunstbegriff und das Modell der sozialen Plastik. Als politischer Künstler weitet Beuys ab Mitte der 1960er Jahre sein künstlerisches Betätigungsfeld auf den sozialpolitischen Bereich aus. Er proklamiert einen erweiterten Kunstbegriff, in dem jeder Einzelne durch kreatives Handeln die Macht hat, die Gesellschaft zu beeinflussen. Ihm geht es weniger um die Schaffung eines Kunstwerks, sondern um geistige Produktivität. Er fordert die Menschen auf, als kreativer Gestalter sich selbst und die Welt zu formen, und beschwört damit ein Klima der Veränderung. Beuys kreiert die Idee vom freien, selbstbestimmten Künstlermenschen und formuliert den von ihm am meisten zitierten Satz "Jeder Mensch ist ein Künstler". Anfang der 1970er Jahre gelingt ihm mit seinen neuen kunstphilosophischen Ansätzen der internationale Durchbruch, so dass kreative Köpfe und Freigeister auf der ganzen Welt seine Ideen hören wollen. Mit Hilfe von Zeichnungen auf Schultafeln visualisiert und strukturiert er die Diskussion. In Minneapolis am Minneapolis College of Art, der letzten Station seiner Reise, werden die wichtigen Notizen dauerhaft festgehalten. Anstatt auf einer Tafel zeichnet er hier auf sechs Lithoplatten, von denen 1977 die sechs Lithografien umfassende Serie "Minneapolis Fragments" abgezogen werden. Die Platte wurde gestrichen - mit einem x markiert -, so dass davon keine weiteren Drucke abgezogen werden können. Diese Lithoplatte ist Zeitzeugnis und materialisierte Quintessenz der beuysschen Gedankenwelt. Nach der Produktion der Auflage signiert Beuys das Werk und fügt Hasenblut und den Stempel der "Freien internationalen Universität" hinzu, zwei fest im Werk von Beuys verankerte Stilmittel. Eine der weiteren fünf Lithoplatten befindet sich in der Sammlung der Tate Modern in London. [SM]
118001727
Joseph Beuys
Minneapolis Fragment, 1974.
Mischtechnik
Schätzpreis: € 100.000 - 150.000
+
 


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Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Joseph Beuys "Minneapolis Fragment"
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