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Auktion: 479 / Klassiker des 20. Jahrhunderts I am 08.12.2018 in München Lot 816

 
Objektbeschreibung
Schwarze Sternenbahn. 1955.
Öl auf Leinwand.
Scheibler 785. Rechts unten signiert und datiert. Verso nochmals signiert. Auf dem Keilrahmen nochmals signiert, datiert und betitelt. 100 x 160 cm (39,3 x 62,9 in).

PROVENIENZ: Galerie Günther Franke, München 1955 (auf dem Keilrahmen mit dem Galerieetikett).
Leo Habig, Herdecke/Ruhr.
Privatsammlung Nordrhein-Westfalen.
Galerie Neher, Essen.
Privatsammlung Schweiz.

AUSSTELLUNG: Galerie Günther Franke, München 1955, Kat.-Nr. 11.
Wahre Wunder - Sammler & Sammlungen im Rheinland, Josef-Haubrich-Kunsthalle, Köln 5.11.2000-11.2.2001, Nr. H 68, Ausst.-Kat. S. 209-211 und 306.
Ernst Wilhelm Nay. Scheibenbilder, Galerie Thomas Modern 21.Mai 4.September 2010, Abb. S. 19 u. S. 62.

LITERATUR: Die Kunst und das schöne Heim, 54. Jahrgang, Heft 7, München, April 1956, S. 251.
"Die Künstler haben die Chance Sterne zu sein. Sterne am Firmament, Sterne auf der Erde."
Ernst Wilhelm Nay, 1955

Essay
Der Œuvrekatalog von Aurel Scheibler unterscheidet zehn Schaffensperioden im Werk von Ernst Wilhelm Nay. Die Scheibenbilder, zu denen auch "Schwarze Sternenbahn“ zählt, gehören zu der bekanntesten und gefragtesten Schaffensperiode des Künstlers. Anfang der 1950er Jahre hat sich Nay ganz der reinen Abstraktion verschrieben. Ab 1955 wird die Scheibe zum Hauptmotiv seiner Malerei, er löst sich von allen eckigen und kantigen Formen. Seine Kompositionen beginnen über die Leinwand zu schweben und zu fließen. Für den Künstler selbst eine vollkommen natürliche und logische Entwicklung. Nay antwortet auf die Frage, wie er zur Scheibe gekommen sei, dass für ihn die natürliche Ausbreitung einer Farbe im Prozess des Malens der Kreis ist. "Meine Scheibenidee war vorerst vollkommen artistischer Natur. Ist der Komponist Tonsetzer, so wollte ich Farbsetzer sein mit den Mitteln der Farbe in Verbindung von Rhythmus, Quanten, Dynamik, Reihen zur Fläche." (zit. nach: Ausst.-Kat. Ernst Wilhelm Nay, Stedelijk Museum, Amsterdam 30.4.-10.6.1998, u. a., S. 99). Diese Erkenntnis verhilft ihm auf geniale Art zur angestrebten Vereinfachung seiner Kunst. Plötzlich ist die Farbe als reiner Klangkörper Träger des Ausdrucks, befreit von Figur und Gestalt. Die vorliegende Arbeit "Schwarze Sternenbahn" zeigt das Scheibenbild in seiner reinsten Form, auf linienförmige Gestaltungselemente verzichtete Nay fast vollständig, die Komposition lebt allein von den auf unterschiedlichen Bildebenen schwimmenden Farbkörpern. Die zarten Türkis-, Taupe- und Koralletöne auf der einen Seite und die kräftigen Blautöne mit Farbgloriolen auf der anderen Seite werden von schwarzen und weißen Farbfeldern umklammert. Die schwarzen Farbflächen betonen die bildbestimmende Diagonale, die der Komposition den entscheidenden Impuls gibt. Diese ist letztendlich auch titelgebend und gibt assoziative Interpretationshilfe. Die bis ins kleinste Detail durchdachte Farbchoreografie erzeugt ein ausgewogenes Wechselspiel zwischen Leichtigkeit und Schwere. [SM]
816
Ernst Wilhelm Nay
Schwarze Sternenbahn, 1955.
Öl auf Leinwand
Schätzung:
€ 400.000
Ergebnis:
€ 500.000

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
 


Weitere Abbildungen
Ernst Wilhelm Nay - Schwarze Sternenbahn - Rahmenbild
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Ernst Wilhelm Nay - Schwarze Sternenbahn - Weitere Abbildung
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