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Auktion: 474 / Kunst des 19. Jahrhunderts am 23.11.2018 in München Lot 47

 
Objektbeschreibung
Rousseau im Park von Versailles. Vor 1856.
Aquarell über Bleistift auf Papier.
Tschudi 270. Rechts unten monogrammiert. Mittig unten wohl vom Künstler betitelt "Rousseau.". 27,9 x 20 cm (10,9 x 7,8 in) , blattgroß.

Wir danken Herrn Dr. Claude Keisch für die freundliche Auskunft.

PROVENIENZ: Carl Ludwig Kuhtz (1809-1889), Sekretär des Vereins der Kunstfreunde in Preußen, Berlin (ab 1856).
Galerie Kuhtz, Berlin, Ölgemälde, Aquarelle und Zeichnungen, Nachlassversteigerung bei Rudolph Lepke Kunst-Auctions-Haus, Berlin, Auktion am 15. Februar 1898, Nr. 46 (m. Abb. S. 35).
Sammlung Marcus Kappel, Berlin (laut Tschudi 1905).
Privatbesitz Europa (seit 1920, Nachfahren des Vorgenannten).
Privatsammlung New York.
Jill Newhouse Gallery, New York.
Privatbesitz New York (am 4. Februar 1998 vom Vorgenannten erworben, Rechnung in Kopie vorliegend).

AUSSTELLUNG: Ausstellung von Werken Adolph von Menzels, Königliche National-Galerie, Berlin 1905, Kat. Nr. 269.

Essay
Die grafische Kunst hat Zeit seines Lebens einen wichtigen Stellenwert im Werk Adolf von Menzels, vor allem entstehen Illustrationsarbeiten zu literarischen Werken und zum Leben und Wirken Friedrichs des Großen. Er arbeitet sich in dessen Biografie ein und versucht, die dargestellten, knapp einhundert Jahre zurückliegenden Szenen mit größtmöglicher historischer Genauigkeit darzustellen. Im Zuge seiner Beschäftigung mit Friedrich II. macht sich Menzel auch mit den Gestalten der französischen Aufklärung vertraut. Bereits 1849 zeichnet er ein Porträt des Philosophen Rousseau, das als Illustration zu den Werken Friedrichs des Großen entsteht. Auch unser Werk thematisiert die Figur Rousseaus: Vorne rechts in einen einfachen braunen Mantel gehüllt stehend, blickt dieser abschätzig auf eine bunt gekleidete Schar von Höflingen und Hodamen zurück. Die miteinander scherzende Schar im aufwendigen Rokokokostüm steigt gerade aus einer Gondel auf einem künstlichen Kanal. Diese hat sie an eine Rampe gefahren, an deren oberen Ende ein schmiedeeisernem Tor wohl in einen Garten oder Palast führt. Die Szene geht auf eine in den Bekenntnissen des Philosophen geschilderte Episode zurück. In dieser von 1765 bis 1770 verfassten Schrift, seit 1782 auch in deutscher Sprache zugänglich, wird im Achten Buch eine Episode aus dem Oktober 1752 berichtet: nach dem Erfolg von Rousseaus musikalischem intermède "Le devin du village" im Schloßtheater zu Fontainebleau wird ihm eine Audienz bei Ludwig XV. angeboten, in deren Verlauf ihm eine Pension angeboten werden sollte. Unrasiert und unpassend gekleidet, krank und obendrein dazu besorgt um seine Unabhängigkeit und Meinungsfreiheit, habe Rousseau die Nacht in „Angst und Ratlosigkeit“ verbracht und schließlich auf Audienz und Pension verzichtet. In der Literatur trägt unser Blatt den Titel "Rousseau im Park von Versailles" - ein späterer Titelgeber oder Menzel selbst hat die Szene von Fontainebleau in das bekanntere Versailles und in den Außenraum versetzt. Spannungsvoll setzt Menzel hier den Torbogen im Vordergrund ein, um der Szene einen Rahmen zu geben und gleichsam das "Austreten" und damit den Verzicht Rousseaus auf eine Pension kompositorisch zu untermalen. Für die Raumsituation griff Menzel auf ein Skizzenbuchblatt aus der Mitte der vierziger Jahre zurück.
47
Adolph von Menzel
Rousseau im Park von Versailles, Vor 1856.
Aquarell
Nachverkaufspreis: € 36.000
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Weitere Abbildungen
Adolph von Menzel - Rousseau im Park von Versailles - Rahmenbild
Rahmenbild
 
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Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Adolph von Menzel "Rousseau im Park von Versailles"
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