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Auktion: 478 / Ketterer Contemporary am 08.12.2018 in München Lot 711

 
Objektbeschreibung
Tondi (Männerkopf/Frauenkopf). 1993.
Holzrelief , farbig gefasst.
Jeweils verso signiert und datiert. Durchmesser: ca. 157 cm (61,8 in).
Die Tondi entstanden speziell für die Giebel der Hamburger Deichtorhallen im Rahmen der Ausstellung "Post Human - Neue Formen der Figuration in der zeitgenössischen Kunst", 12.3. - 9.5.1993.

PROVENIENZ: Privatsammlung Norddeutschland.

AUSSTELLUNG: Post Human - Neue Formen der Figuration in der zeitgenössischen Kunst, Deichtorhallen Hamburg 12.3.-9.5.1993.
Neue Nationalgalerie, Berlin 31.8.-30.10.1994.
Stephan Balkenhol: Sculptures and Drawings, Hirshhorn Museum and Sculpture Garden, Washington 19.10.1995-15.1.1996; The Montreal Museum of Fine Arts, 15.2.-26.5.1996, Kat.-Nr. 21.
Museum der Modernen Künste, Leipzig 2004-2018.
Stephan Balkenhol. Kunsthalle Emden 9.6.-16.9.2018.

"Meine Skulpturen erzählen keine Geschichten. In ihnen versteckt sich etwas Geheimnisvolles. Es ist nicht meine Aufgabe, es zu enthüllen, sondern die des Zuschauers, es zu entdecken."
Stephan Balkenhol

Essay
Stephan Balkenhols markante in Holz gehauenen und dezent farbig gefassten Figuren, die seit den frühen 1980er Jahren entstehen, sind zu seinem Markenzeichen geworden. Im Mittelpunkt seines Schaffens steht die menschliche Figur. So unbewegt und alltäglich die Skulpturen Stephan Balkenhols auf den ersten Blick auch sein mögen, so sind sie doch nie ausdrucks- oder bedeutungslos. Untergründig schwingt bei ihnen stets ein Ausdruck von Ruhe und In-sich-Gekehrtsein mit, ohne dass definitive Emotionen an die Oberfläche treten. Gleichzeitig stehen sie ganz für sich und ihre reine Gegenständlichkeit, sie symbolisieren nichts, sie bilden keinen Typus und schon gar keine bestimmte Person ab. Sie sind Andeutungen der menschlichen Körperformen, stets roh und mit den Spuren des Gestaltungsprozesses belassen. Und gerade durch ihre Sprödigkeit und Zurückgenommenheit erzeugen sie eine erzählerische Spannung und spornen die Fantasie und das Beobachtungsvermögen des Betrachters an. Die scheinbare Durchschnittlichkeit seiner Figuren gleicht er durch ungewöhnliche Dimensionen aus: mal sind die Figuren überlebensgroß riesig, mal verkleinert auf viermal so großen Sockeln, damit sie auf Augenhöhe mit dem Betrachter bleiben. Auch die Form, für die sich Balkenhol bei unseren Figuren entscheidet, ist auf Repräsentation ausgerichtet. Mit ihren 1,57 Meter Durchmesser haben die beiden Tondi eine immense Präsens. Schon von Weitem ziehen sie durch ihre imposante Größe die Blicke auf sich. Bereits im alten Rom waren diese Medaillons beliebt, sie waren ein häufig verwendetes dekoratives Gestaltungselement in der Architektur. Eine weitere Reminiszenz an die Kunstgeschichte ist das klassische Sujet des Ehepaarporträts, das meist in Form eines klassischen Diptychons dargestellt wurde. Diese Form der Gegenüberstellung der Partner entwickelt sich aus dem traditionellen Stammbaumschema. So ist auch unser Paar jeweils als Brustbild einander zugewandt dargestellt. Balkenhol bleibt trotz aller historischer Anklänge seiner gefunden Bildsprache treu. Das Paar bleibt wenig greifbar und bildet so die größtmögliche Projektionsfläche für den Betrachter, sich selbst in den Dargestellten zu finden. [SM]
711
Stephan Balkenhol
Tondi (Männerkopf/Frauenkopf), 1993.
Holzrelief
Nachverkaufspreis: € 80.000
+
 


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