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Auktion: 479 / Klassiker des 20. Jahrhunderts I am 08.12.2018 in München Lot 846

 
Objektbeschreibung
Pyramid. 1996.
Holz , weiß gefasst.
115,5 x 164 x 89 cm (45,4 x 64,5 x 35 in).

Eine der seltenen pyramidalen "Open Cubes".
Mit einem Zertifikat der Galerie Verna, Zürich, darauf mit einer handschriftlichen Bestätigung des Künstlers.

PROVENIENZ: Annemarie Verna Galerie, Zürich.
Privatsammlung Nordrhein-Westfalen.

"The artist cannot imagine his art, and cannot perceive it until it is complete."
Sol LeWitt, Sentences on Conceptual Art, Nr. 22, zit. nach: N. Baume, Sol LeWitt. structures. 1965-2006, New York 2011, S. 13.

Aufrufzeit: 08.12.2018 - ca. 17.10 h +/- 20 Min.

Essay
Äußerst zurückgezogen und öffentlichkeitsscheu lebte und arbeitete Sol LeWitt, der amerikanische Meister der Minimal Art und wohl bedeutendste Vertreter der Konzeptkunst. Auch sein beeindruckendes künstlerisches Schaffen kann als Spiegel seiner zurückhaltenden und ausgesprochen fokussierten Künstlerpersönlichkeit gelesen werden. Inspiriert von der geometrischen Bildsprache des Konstruktivismus, vom Bauhaus und der holländischen "De Stijl"-Bewegung entwickelt LeWitt seine ganz eigene, radikal reduzierte künstlerische Ausdrucksweise. Sie überzeugt aufgrund ihres formalen Minimalismus und ihrer konzeptuellen Umsetzung und hat ihrem zurückhaltenden Schöpfer schließlich eine herausragende Stellung in der Kunstgeschichte der amerikanischen Nachkriegsmoderne eingebracht. Ab Mitte der 1960er Jahre steht die geometrische Form des Würfels im Zentrum von LeWitts Œuvre. In "Wall/Floor Piece (Three Squares)" aus dem Jahr 1966, einer dreiteiligen skulpturalen Installation, die sich in der Ecke des Ausstellungsraumes angebracht zu drei Seiten eines Würfels komplettiert, experimentiert LeWitt erstmals mit der Negativ-Form des offenen Würfels. Für sein weiteres skulpturales Schaffen, das seiner Ausbildung als Grafiker entsprechend in zahlreichen Konstruktionszeichnungen vorbereitet und weiterentwickelt wird, ist die Form des "open cube" fortan prägend. LeWitt ist, wie die folgenden Jahrzehnte seines umfangreichen Schaffens zeigen, jedoch nicht nur ein Meister der Reduktion, sondern auch der Modulation, und so gelingt es ihm, das Thema des "open cube", das als eine Art Grundvokabular seiner Bildsprache verstanden werden muss, immer wieder neu zu interpretieren und ab den 1980er Jahren zunehmend auch in Richtung komplexer, vielteiliger Strukturen weiterzuentwickeln. Besonders schön zeigt die vorliegende Arbeit "Pyramid", die aus der Grundform eines aus einer Reihe von zwölf offenen Kuben zusammengefügten, sich in der Höhe verjüngenden Dreiecks entwickelt ist, LeWitts künstlerisches Konzept der Reduktion, Reihung und Modulation. LeWitt ist es gelungen, sein Grundmotiv des "open cube" in schier endloser Variation durchzuspielen und damit aufgrund ihrer Allansichtigkeit und ungewöhnlichen skulpturalen Transparenz ausgesprochen eindrucksvolle dreidimensionale Schöpfungen zu hinterlassen, die den Betrachter aufgrund ihrer Leichtigkeit und je nach Betrachterstandpunkt variierenden, streng geometrischen Struktur in ihren Bann ziehen. Sol LeWitt selbst hat seine Werke als "Structures" bezeichnet, somit passend zu seinem radikalen formalen Ansatz auch auf diese Weise eine klare Abgrenzung zur Bezeichnung der "Skulptur" und deren langer kunsthistorischer Tradition gesucht.
Sol LeWitt war von 1968 bis 1982 vierfacher Teilnehmer der Documenta in Kassel. Bereits 1978 wurde sein Werk mit einer Retrospektive im Museum of Modern Art, New York, geehrt. Zahlreiche bedeutende internationale Einzelausstellungen folgten. LeWitts "Structures" befinden sich unter anderem in der Sammlung des Museum of Modern Art, New York, in der Londoner Tate Gallery sowie im San Francisco Museum of Modern Art. [JS]
846
Sol LeWitt
Pyramid, 1996.
Holz
Schätzpreis: € 300.000 - 400.000
+
 


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Sol LeWitt - Pyramid - Rückseite
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