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Auktion: 487 / Klassische Moderne II am 08.06.2019 Lot 118002282

 
bild folgt

Objektbeschreibung
Azalées. Ca. 1905.
Öl auf Leinwand.
Nicht bei Claisse. Rechts unten signiert. Auf dem Keilrahmen handschriftlich betitelt und bezeichnet. 58 x 58 cm (22,8 x 22,8 in).

Eines der frühen wegbereitenden Werke aus Herbins wichtiger fauvistischer Schaffensphase. .
Mit einer Fotoexpertise von Geneviève Claisse vom 7. Oktober 2008.

PROVENIENZ: Galerie Neupert, Zürich (verso mit dem fragmentarischen Etikett).
Privatsammlung Süddeutschland.

"Die Malerei [..] hat als wesentliches Mittel die Farbe zur Verfügung."
Auguste Herbin, Texte 1932 - 1954, zit. nach.: Ausst.-Kat. Auguste Herbin, Düsseldorf 1967-1968.

Essay
Herbins Schaffen, das immer wieder durch abrupte Brüche gekennzeichnet ist, hat sich doch in der Folge von der gegenständlichen Malerei zur Abstraktion entwickelt. In den frühen Gemälden von Auguste Herbin zeigen sich deutlich die Einflüsse der Zeit. Sind es bei den Landschaften eher spätimpressionistische Impulse, so lässt sich an den verfestigten Formen der Stillleben die Orientierung an Cézanne erkennen und in diesem Zusammenhang die Auseinandersetzung mit dem Kubismus. Aber auch die Einflüsse der Fauves sind zu erkennen. Im gleichen Jahr, in dem "Azalées" entsteht, stellt Herbin mit Matisse, Derain, Vlaminck, Camoin, Marquet und Manguin beim 3. Pariser Herbstsalon im Grand Palais aus. Die gezeigten Werke der sogenannten Fauves sorgen für immenses Aufsehen. Der Kunstkritiker Louis Vauxcelles schreibt, bezugnehmend auf die Marmorbüste von Albert Marquet, die ebenfalls ausgestellt ist: "Donatello chez les fauves" (Donatello unter den wilden Tieren). Damit ist der Name dieser Kunstbewegung geboren, auch wenn die einzelnen Künstler diesen nicht benutzen.
Herbin sucht in pastos aufgetragenen Farben eine Bildwirkung, die stark auf der alleinigen Farbwirkung aufbaut. Dabei ist die unterschiedliche Behandlung des Farbauftrags der einzelnen Bildelemente von höchster Delikatessse und unterstreicht die Wertigkeit der Farbe. Zur Darstellung des Bäumchens benutzt er locker und wild gesetzte Pinselstriche, die dann wiederum durch eine strenge Einfassungslinie gebündelt werden, wohingegen der Hintergrund eher flächig ohne Tiefenstaffelung angelegt ist. Eine Komposition, die von starken Kontrasten und von der Freude Herbins am Experimentieren sowohl in Form als auch Farbe lebt. [SM]
118002282
Auguste Herbin
Azalées, Ca. 1905.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 40.000 - 60.000
+
 


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