Ketterer Kunst Logo

Detailsuche

Auktion: 486 / Kunst des 20./21. JH III am 07.06.2019 Lot 118002664

 
bild folgt

Objektbeschreibung
An der Pariser Seine. Um 1927.
Aquarell und Kohle.
Auf einer leeren Buchseite. 25,5 x 18,4 cm (10 x 7,2 in) , blattgroß.
Dabei: Titelseite Paul Signac, Jongkind (1819-1891), Paris, G. Crès & Cie, 1927, dort signiert und gewidmet.

PROVENIENZ: Privatsammlung Süddeutschland.

LITERATUR: Bassenge, Berlin, 72. Auktion, 28. November 1998, Lot 6614.

Essay
Der französische Maler und Grafiker Paul Signac wird 1863 in Paris geboren. Nachdem er sein Studium der Architektur abbricht, macht er bis 1883 eine malerische Ausbildung an der Académie libre de Bing. Durch seine Freundschaft mit Armand Guillaumin wird er auf die Malerei des Impressionismus aufmerksam. Im Besonderen ist er von den Werken Claude Monets fasziniert. 1884 gründet er gemeinsam mit Georges Seurat, Odilon Redon und Albert Dubois-Pillet die „Société des Artistes Indépendants“ und stellt seine Werke in deren ersten Salon aus. Seurat entwickelt die pointillistische Malweise des Divisionismus oder Neoimpressionismus basierend auf den Theorien des Physikers Eugène Chevreul. Bei dieser Malweise wird die ungemischte Farbe in kleinen Punkten oder kurzen, regelmäßigen Strichen auf die Leinwand aufgetragen. Somit setzen sich die Motive erst aus der Ferne gesehen, quasi im Auge des Betrachters zusammen. Im Gegensatz zu seinen Gemälden, die Signac, streng diesen Regeln der pointillistischen Farbtheorie folgend zusammenfügt, zeugen seine Aquarelle von einem befreiten Ausdruck und einem dynamischen Farbauftrag. Dieser unmittelbare und spontane Ausdruck der direkt vor dem Motiv entstehenden Arbeiten, die fast immer auf einer eingehenden Zeichnung basieren, besitzen einen ganz eigenen Charakter. Die sichere Wahl der künstlerischen sowie technischen Ausdrucksmittel meiden jede Übertreibung und erzielen eine besondere Wirkung einer leichten, freien Schilderung des glücklich Erlebten und Gesehenen. Sie vermitteln zwischen Malerei und Natur. Die Aquarellarbeiten sind ein wichtiger Teil seines Werks und erlauben dem Künstler größere Freiheit als die seinen Theorien zum Neoimpressionismus streng untergeordneten Ölgemälde. Insbesondere auf seinen Reisen nach Collioure, Port-en-Bressin, La Rochelle, Marseille, Venedig und Istanbul, aber auch, wie das hier vorliegende Werk, in seiner Heimatstadt Paris entstehen zahlreiche Aquarelle. Mit dieser Form der Wiedergabe findet Paul Signac eine Verbindung zwischen dem Spätimpressionismus mit dessen lockeren, lichtdurchfluteten Gestaltung, und der traditionellen Malerei des neunzehnten Jahrhunderts. Die effektvolle Aufarbeitung landschaftlich reizvoller Motive vornehmlich französischer Küstenlandschaften sichert den Aquarellen von Signac eine große Anerkennung und Beliebtheit. Hinter der hier angebotenen Arbeit verbirgt sich jedoch zusätzlich eine Besonderheit, da die Zeichnung als Teil von Signacs 1927 erschienener Künstlerbiographie über seinen Malerkollegen Johan Barthold Jongkind entsteht. „An der Pariser Seine“ befindet sich auf einer leeren Buchseite am Anfang eines signierten Exemplars, wird im Nachhinein herausgelöst und zum eigenständigen Werk erklärt. [KK]
118002664
Paul Signac
An der Pariser Seine, Um 1927.
Aquarell
Schätzpreis: € 10.000 - 15.000
+
 


Ähnliche Objekte auf dem internationalen Auktionsmarkt
Was Sie auch interessieren könnte
Paul Signac - von Ketterer Kunst verkaufte Objekte