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Auktion: 265 / Moderne und Gegenwart am 23.03.2002 Lot 78

 
d.i. Hugo Höppener Fidus - Der Wolkenmann !

Objektbeschreibung

Der Wolkenmann !
Farb. Pastellkreiden über Aquarell. 1899. Signiert, datiert und betitelt. 51 : 71. Pastellkreide1899 .
cm ( in)Vgl. Münchner Maler im 19. Jhdt., Bruckmann Verlag, München 1981, Bd. I, S. 337 (m. Abb.). Blattfüllende, detaillierte Vorstudie zu dem 1901 von Fidus ausgeführten Gemälde, daß sich in den 1980er Jahren bei der Hamburger "Galerie XX" befand. Die Zeichnung in brauner, ockerfarbener und weißer Kreide, liegt über gedeckt grüner und ockerfarbener Aquarellgrundierung. Auf grünlich getöntem Bütten, auf Karton originalmontiert. Der Gedanke, daß Bild und Rahmen ästhetisch eine homogene Einheit bilden müssen, äußert sich in der gemalten, ornamentierten Rahmenfassung, die der Künstler um seine Komposition legt. Der schließlich bei dem ausgeführten Gemälde eigenhändig geschnitzte Rahmen weist jedoch irische Schlangenbandornamentik auf. Fidus, eigentlich Hugo Höppener, wird in Lübeck als Sohn eines Konditors geboren. 1887 tritt er in die Münchner Akademie ein und lernt im selben Jahr Karl Wilhelm Diefenbach kennen, der einsam in einem Tal - Höllriegelskreuth bei München - lebt. Bis 1889 ist er Schüler des Malers und extremen Lebensreformers und erhält von ihm auch sein Pseudonym. In dieser Zeit ist er auch an der Vollendung Diefenbachs Reliefs "Per aspera ad astra", das 68 m Länge mißt, beteiligt. Von 1889 bis 1892 studiert Fidus bei Nikolaus Gysis in München, anschließend übersiedelt er nach Berlin und unternimmt zahlreiche Reisen, die ihn u.a. nach Norwegen, in die Schweiz, nach Italien und Istrien führen. Er wird daneben Mitarbeiter der Münchner Zeitschiften "Jugend" und "Simplicissimus". 1898 stellt er erstmals bei Gurlitt in Berlin aus. Zweifellos liegen dem Oeuvre des Künstlers die Ideen der Romantik zugrunde. Ihre Umsetzung finden sie stilistisch im reinen Jugendstil. In der Vorzeichnung "Der Wolkenmann !" wird dies besonders deutlich. Die nackte Nymphe sitzt im Moment des Erstaunens auf einem Küstenfelsen und blickt zu dem sich am Firmament abzeichnenden "Wolkenmann" auf, dessen Windböen ihr bereits das Haar zausen. Das Motiv erinnert an die antike Mythologie - denkt man an Paare wie "Narziss und Echo", "Amor und Psyche" oder "Pan und Syrinx", die seit der Renaissance häufig in dem Moment der Überraschung oder des Erschreckens dargestellt werden. - Die Ecken minimal in der Oberfläche berieben. Sonst von sehr guter Erhaltung. - Provenienz: Privatbesitz Norddeutschland.

78
d.i. Hugo Höppener Fidus
Der Wolkenmann !, 1899.
Pastellkreide
Schätzung:
€ 2.500
Ergebnis:
€ 7.820

(inkl. 15% Käuferaufgeld)
 


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