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Auktion: 359 / Wertvolle Bücher mit Maritime Kunst am 16./17.11.2009 in Hamburg Lot 38

 
Wolfgang Amadeus Mozart - Entführung aus dem Serail. Ca. 1790.

Objektbeschreibung
Mozart, W. A. Die Entführung aus dem Serail. Ein komisches Sing-Spiel in drey Aufzügen. Die Musick ist von dem vortrefflichen Herrn Mozart, Der Klavier-Auszug von Herrn Abbé Starck. Gest. Titel und 131 gest. Notenseiten von B. Schott. Mainz, B. Schott o. O. [1785-86]. HLdr. d. 20. Jhs. Quer-4to. 1 Bl., 134 S.
Köchel 384. - Haberkamp S. 177ff. - RISM M 4247. - Erster Druck der ersten nachweisbaren Ausgabe des Klavierauszuges mit den bei Haberkamp genannten Kriterien. - Die schönen Noten gestochen von B. Schott, dem kurfürstlichen Hof-Musik Stecher. - Vorlieg. die Klavierbearbeitung der Ouvertüre zur komischen Oper Entführung aus dem Serail. Die Oper wurde für Mozart die Grundlage seines Ruhmes. Im 18. und 19. Jahrhundert war es üblich, Werke, die urspr. für eine andere Besetzung bestimmt waren, in Klavierauszügen im Druck zu veröffentlichen. Mozart erstellte zwar in einigen Fällen selbst Klavierauszüge, jedoch kam ihm bei der Entführung aus dem Serail der Verlag Schott in Mainz mit einem Klavierauszug zuvor. Mozarts eigener Klavierauszug, der bereits begonnen und über den Wiener Verleger Christoph Torricella angekündigt war, ist nie erschienen.

"Bei dem vorliegenden Klavierauszug der Oper handelt es sich bereits um die 2. Ausgabe. Die etwas verworrenen Zusammenhänge versucht E. Laaff zu klären (Prozeß um Mozarts "Einführung", H. Federhofer zum 60. Geburtstag, Mainz 1971, S. 190-193). Hier eine kurze Zusammenfassung: 1783 hatten sowohl Schott in Mainz als auch Götz in Mannheim unabhängig voneinander einen Klavierauszug herausgebracht. Er beruhte auf Kopien, die J. F. X. Starck in Wien, wohl ohne Wissen Mozarts, angefertigt und den beiden Verlegern verkauft hatte. Leopold Mozart forderte von beiden die Stichplatten und die Zurückziehung der Exemplare und verklagte sie schließlich vor Gericht, nachdem die Verleger die Forderungen zurückgewiesen hatten. Nach Starcks Aussage vor Gericht hatte W. A. Mozart ihm jedoch ausdrücklich die Kopierung und Verbreitung erlaubt. Leopold Mozarts Klage wurde daher abgewiesen. Nach Laaff (ebda.) war bereits 1784 die erste Auflage des Klavierauszugs vergriffen, und bei einer Neuauflage wollte Mozart sich sogar selbst beteiligen. Doch dazu kam es wohl nicht, denn am 7. 9. 1785 wurde dann der oben beschriebene, von Starck erstellte Klavierauszug angezeigt. Exemplare der 1783 erschienenen Klavierauszüge bei Schott und Götz sind bisher nicht nachweisbar" (Haberkamp).

Papierformat ca. 29,5 : 22,5 cm. - Plattengröße der Noten ca. 26 : 19,5 cm. - Druck auf festem Bütten mit dem Wasserzeichen von J. Kohl (Lilie über Schild mit 3 Schrägbalken). - Sämtl. Platten (außer Titel) mit 44 im mittleren unteren Rand. S. 47 und 105 mit Zwischtentitel (II. bzw. III. Aufzug). - Unterh. des Titelblattes von alter Hand bezeichnet: "Zu haben bei Hofmusicus Simrock in Bonn". - Etw. fingerfl., vereinz. fleckig, Titel stockfleckig. Kanten beschabt, Kap. eingerissen.
Rare second edition, first issue. Of the first edition no copy has been proven (cf. Haberkamp). Engr. title and 131 engr. leaves with notes by B. Schott. 20th. century half calf. - Titel in lower margin inscribed by old hand: "Zu haben bei Hofmusicus Simrock in Bonn". Silghtly fingerstained, here and there stained, title foxed. Edges rubbed, spine ends torn.

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Wolfgang Amadeus Mozart
Entführung aus dem Serail. Ca. 1790.
Schätzung:
€ 1.500
Ergebnis:
€ 3.840

(inkl. 20% Käuferaufgeld)
 


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Wolfgang Amadeus Mozart - Entführung aus dem Serail. Ca. 1790. - Weitere Abbildung
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