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Auktion: 418 / Wertvolle Bücher am 17./18.11.2014 in Hamburg Lot 84

 
Objektbeschreibung
Jawlensky, Alexej von, Maler, 1864-1941. 2 eigh. Briefe m. U. Oberstdorf, 27. IX. und München, 11. XI. 1912. 5 1/2 S. 8vo.

Inhaltsreiche Schreiben an den Kunstsammler Franz Werner Kluxen über den Verkauf einiger Werke, darunter das heute als verschollen geltende Ölgemälde Turandot , das Jawlensky als eines seiner besten Arbeiten betrachtete. ".. Ich bin Ihnen sehr verbunden wegen Ihrer Bemühungen um einen Verkauf meiner Bilder. Nur möchte ich diese Angelegenheit so gestalten, dass alles klar und fest steht. Meine Preise sind zur Zeit gewiss nicht hoch, doch bekomme ich die selben in allen Ausstellungen und bei allen Käufern .. Ich muß noch bemerken dass das Bildnis N 6 und Prinzessin Turandot zu meinen besten Sachen zählen und ich sie nicht zu einem geringen Preis abgeben kann [es folgt eine Liste mit Preisen für die Werke Mädchen mit Puppe - Ostseelandschaft - Prinzessin Turandot - Frauenkopf N 6 ] .." (27. IX.). - Nach abgeschlossenem Verkauf: "Ihrem Briefe gemäss, habe ich an Herrn Walden geschrieben um Ihnen die Prinzessin Turandot möglichst bald zukommen zu lassen. Das Bild sollte nämlich mit der ganzen Kollection nach Rotterdam gehen. - Was das Frauen-Bildniss N 6 anbetrifft - So halte ich es für ein sehr gelungenes. Ich habe es unter einem starken Eindruck gemacht .. Neben der Turandot ist es das beste aus dieser Zeit .. Nachdem dieser geschäftliche Teil erledigt ist möchte ich Ihnen meine Freude ausdrücken, das meine geliebte Prinzessin in Ihre Hände geraten ist. Es ist ein grosses Glück für einen Künstler zu wissen dass seine Sachen mit Liebe und Verständniss gewählt und erworben werden .." (11. XI.) - 1912 war ein sehr produktives Jahr für Jawlensky, in dem der Künstler zahlreiche ausdrucksvolle Porträtdarstellungen vor allem von Frauenköpfen schuf. Das "Frauenbildnis N 6" läßt sich nicht eindeutig zuordnen; die "geliebte Prinzessin" ist die zweite von drei Arbeiten zur Sagengestalt der grausamen persischen Prinzessin Turandot, die innerhalb eines kurzen Zeitraums entstanden waren, und wurde zum Zeitpunkt des Verkaufs in Herwarth Waldens Berliner Galerie Der Sturm ausgestellt. Laut Werkverzeichnis von Jawlenskys Ölgemälden, das das Bild als Nr. 467 unter dem Titel Turandot ( in Abgrenzung zu Nr. 466 Prinzessin Turandot und Nr. 468 Turandot II) aufführt, gilt es seit den 1930er Jahren als verschollen, nachdem es aus Kluxens Sammlung von den Nationalsozialisten als "entartete Kunst" konfisziert wurde. Der einzige bekannte Bildnachweis ist eine Schwarzweiß-Fotografie aus Jawlenskys eigenem Archiv. - Mit einzelnem Buchstabenverlust gelocht, 1 Brief im Falz mit Wasserfleck.

2 autographed letters with signature by Alexej von Jawlensky, Oberstdorf, 27 September and Munich, 11 November, 1912. 5 1/2 pp. 8vo. Comprehensive letter to the art collector Franz Werner Kluxen about the sale of some of his works, among them the lost oil painting 'Turandot', which Jawlensky regarded as one of his best works. - Punched with some lost letters, 1 letter with water stain in folding.

84
Alexej von Jawlensky
2 eigh. Briefe m. U. 1912.
Schätzung:
€ 2.000
Ergebnis:
€ 3.120

(inkl. 20% Käuferaufgeld)
 


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