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Auktion: 421 / Wertvolle Bücher am 18./19.05.2015 in Hamburg Lot 46

 
Objektbeschreibung
Bodin, Jean, De daemonomania magorum. Vom Außgelaßnen Wütigen Teuffelsheer der Besessenen Unsinnigen Hexen und Hexenmeyster, Unholden, Teuffelsbeschwerer, Warsager, Schwartzkünstler .. Straßburg, B. Jobin 1581. Zeitgenössischer Schweinsledereinband auf vier Bünden über abgeschrägten Holzdeckeln mit reicher Blindprägung und filigran gedrehten Metallschliessen. 8vo. 8 Bll., 806 (recte 808) S.

Seltene erste deutsche Ausgabe von Bodins De la Demonomanie de sorciers (1580), übersetzt durch J. Fischart. - J. Bodin, vor allem wegen seiner bedeutenden staatstheoretischen Schriften bekannt, nahm als Jurist an einigen Hexenprozessen teil und führte selbst den Prozess gegen Johanna Harwilerin im Jahr 1579. Dies bewog ihn "die Feder inn die hand zunemmen / und die Matery von den Hechssen / welche heutigs tags jedermann so verwunderlich frembd fürkommet / auch bey vilen kleinen glauben gewinnet / nunmal ausßfuhrlich zuerklären.“ (S. 1f). Er tat dies „Auff das es jederman / dem es [dieses Buch] fürkompt / zu eyner Warnung / Fürsichtigkeyt und Vorleuchtung möge dienen / und die Leut gründlich berichten / das kaum abscheulicher Laster und ubelthat / als dises Hechssen und Zauberwerck zufinden / und deßhalben keyns so schwere Straf als dises verschulde." (S 7). Bodin zitiert zahlreiche antike und zeitgenössische Autoren und liefert eine ausführliche Zusammenfassung des Zauber-, Hexen- und Dämonenglaubens seiner Zeit. Zudem widerspricht er heftigst dem Arzt Johann Weyer, der als Ursache der meisten Fälle von Hexerei eher kriminelle Berechnung oder krankhafter Melancholie ausmachte. Bodin selbst war bereits 1548 wegen Häresie angeklagt worden und nur knapp dem Scheiterhaufen entgangen. 1590 stand er wegen des Verdachts auf Magie erneut vor Gericht, womöglich weil er sich in der Spätphase seines Lebens zurückzog, um sich metaphysischen Dingen zu widmen. Ihm zugeschrieben wurde auch das "Heptaplomeres", welches sich mit der friedlichen Koexistenz der Weltreligionen befasst. Die "Daemonomanie" steht hingegen als rätselhaftestes Werk im Oeuvre dieses Autors, der sich im Allgemeinen für religiöse Toleranz und politischen Fortschritt einsetzte. - Titel in Rot und Schwarz. Schönes, wohlerhaltenes Exemplar.

VD 16, B 6269. - Index Aurel 120.821. - Goedeke II, 500, 43. - Muller, Strasbourg, Jobin 114. - Ritter 560. - Hayn/Got. III, 185. - Graesse, Magica S. 54. - Rosenthal 3961. - Biedermann S. 96 ff. - Diese Ausgabe nicht in der Witchcraft Collection der Cornell Univ. Library!

Rare first German edition of Bodin's 'De la Demonomanie de sorciers'. Contemp. pigskin binding on four bands over slanted wooden boards with rich blind-tooling and filigree metal clasps. 8vo. 8 ll., 806 (recte 808) pp. - Title in red and black. Fine and well-preserved copy.

46
Jean Bodin
De daemonomania magorum. 1581.
Schätzung:
€ 1.000
Ergebnis:
€ 4.800

(inkl. 20% Käuferaufgeld)
 


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