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Lexikon
Amsterdamer Schule

Die Hafenstadt Amsterdam war eine lebendige und vielschichtige Metropole des Barock.
Vor der Ankunft Rembrandts im Jahr 1631 ist Thomas de Keyser (um 1596-1667) der wichtigste Porträtmaler der Stadt, im Stil rationaler als Frans Hals im nahen Haarlem. Aber schon bald steht de Keyser im Schatten des aus Leiden stammenden, in Amsterdam gefeierten Rembrandt, der für die dortige Schule beherrschend und stilbildend wurde und überaus reiche Nachfolge fand.
Dennoch brachte Amsterdam auch von Rembrandt unabhängige Meister hervor, besonders in den Spezialgattungen: 1657 hatte sich beispielsweise Otto Marseus van Schrieck (um 1619/20-78), zuvor Mitglied im Schildersbent, in Amsterdam angesiedelt, wo er seine mit allerlei Getier bevölkerten Sumpf- und Waldbodenstillleben schuf. Mit Willem Kalf (1619-93), den es 1653 nach Amsterdam verschlug, konnte die Stadt den bedeutendsten Meister des Prunkstilllebens zu ihren Bürgern zählen. Die Werke aus Kalfs Amsterdamer Zeit zeichnen sich durch üppige, meist hochformatige Arrangements von Luxusgütern des 17. Jahrhunderts aus, die den Wohlstand des jungen Bürgertums widerspiegeln. Vor dunklem Grund leuchten die Farben der edlen Viktualien und vornehmen Gefäße, von Glanzpunkten und Lichtreflexen belebt. Die durchdacht komponierten und subtil beleuchteten Prunkstillleben Kalfs, der gelegentlich als der "Vermeer des Stilllebens" bezeichnet wird, bestechen durch eine besondere malerische Delikatesse - und auch durch ihren manches Mal moralisierenden Hintersinn.