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Lexikon
Antwerpener Manierismus

Im ersten Drittel des 16. Jahrhunderts arbeitete in Antwerpen eine vom flämischen Manierismus zu unterscheidende, in ihrem Wirken zeitlich und räumlich einzugrenzende Malergruppe. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts fasste Max J. Friedländer deren Mitglieder unter dem Sammelbegriff des "Antwerpener Manierismus" zusammen und etablierte damit für die Werke der Künstler einerseits einen gemeinsamen Stilbegriff; andererseits vergab er Notnamen, um die Werke unterschiedlichen Künstlern zuzuordnen.
Zur Gruppe der Antwerpener Manieristen gehören der Meister der von Grooteschen Anbetung, der Meister der Antwerpener Kreuzigung (in der jüngeren Forschung als Adriaen van Overbeke erkannt), der Meister der Antwerpener Anbetung, der Meister von Amiens, der Meister von 1518 (als Jan Mertens oder Jan van Dornicke identifiziert), Jan de Beer und Pseudo-Bles. Darüber hinaus zählte Friedländer Jan Wellens de Cock und die frühen Werke des Jan Gossaert hinzu.
Obwohl eine stilistische Zuordnung zum Manierismus schwierig erscheint und der Stil eher in der Gotik wurzelt, nahmen die Maler Stilelemente des italienischen Manierismus in ihre Werke auf. Einendes Charakteristikum der Bilder sind die für den Manierismus typischen überlängten Figuren, expressive Gesten und eine profilierte Helldunkelmalerei, des weiteren reich verzierte und drapierte Kleidung und phantastische Architekturkulissen. Zudem zeichnen sich die Werke durch überbordende Bilddetails und eine erzählerische Bildsprache aus. Bevorzugte Bildsujets der Antwerpener Manieristen sind biblische Themen.



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