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Art Autre

Der französische Schriftsteller und Kunstkritiker Michel Tapié veröffentlichte 1952 den Essay "Un art autre, où il s'agit de nouveaux dévidages du réel" und organisierte im selben Jahr die Ausstellung "Un Art autre" in der Pariser Galerie Facchetti, um damit die momentane Situation der Gegenwartskunst zu reflektieren und Maler des Informel, unter ihnen Pierre Soulages, Willem de Kooning, Mark Tobey und Jackson Pollock, zu präsentieren. Für Michel Tapié war, in teilweiser Anlehnung an die Konzepte Wassily Kandinskys und an den Existentialismus, die von ihm als "Art autre" bezeichnete Kunst geprägt von Magie, Gewalt, Ekstase und Verstörung, die Inneres gestisch und impulsiv hervorbrechen ließ und diese Kunstäußerungen auf die Leinwand oder in die Skulptur übertrug. Gleichzeitig forderte Michel Tapié, Kunst solle sich von der starren und puristischen geometrischen Abstraktion lösen.
Aus diesem Zusammenhang heraus verselbständigte sich der Begriff "Art autre" und wurde zum Signet für eine abstrakte, nicht-geometrische, bisweilen figurative Kunst. In seiner Verwendung ist dem Begriff "Art autre" eine gewisse Unschärfe zu eigen, da er gelegentlich gleichbedeutend mit Informel oder Tachismus verwendet wird.
Weitere Hauptvertreter der "Art autre", die gleichermaßen zum Informel gehören, sind unter anderem Wols (d.i. Alfred Otto Wolfgang Schulze), Jean Fautrier und Jean Dubuffet.