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Concept Art

Die Concept Art (auch Konzeptkunst oder Conceptual Art) entstand in der Mitte der 1960er Jahre. Das wichtigste Kennzeichen der Concept Art ist die Betonung der Idee, die weit größere Bedeutung einnimmt als die tatsächliche Ausführung des Werkes. Diese gedanklichen Prozesse werden für den Rezipienten nachvollziehbar gemacht, indem sie der Künstler in Form von Listen, Texten, Diagrammen, Fotografien oder auch Handlungsanweisungen festhält. Vor allem im letztgenannten Punkt vollzieht die Concept Art eine radikale Abkehr vom tradierten Kunstverständnis und koppelt den Künstler von der materialisierten, letztlich sichtbaren Erschaffung des Kunstwerkes ab, sodass in der Konsequenz die Fragen nach Autorschaft und Originalobjekt einer kritischen Revision unterzogen werden. Ein Beispiel für ein derartiges Kunstverständnis stammt von Sol LeWitt (1928-2007), der als einer der wichtigsten Vertreter der Concept Art gilt: Seine Arbeit "A Straight Line and a Not Straight Line" (1974) wird vom Besitzer selbst auf die Wand gezeichnet und in ihrem Status als Kunstwerk durch ein vom Künstler ausgestelltes Zertifikat beglaubigt.
Besonders erhellend setzte sich Joseph Kosuth (geb. 1945) in seinen "Protoinvestigationen" mit den Intentionen der Concept Art auseinander, wenn er beispielsweise einen Stuhl oder einen Regenschirm gemeinsam mit einer Fotografie und einer lexikalischen Umschreibung des jeweiligen Gegenstandes präsentiert und mit variablen Titeln wie "One and Three Umbrellas" oder "One and Three Chairs" (beide 1965) auf eine über dem Dinglichen liegende Vorstellung abzielt.
Weitere Vertreter der Concept Art sind Robert Barry, Daniel Buren, Hanne Darboven, Dan Graham, Douglas Huebler, Giulio Paolini, Karin Sander, Seth Siegelaub und Lawrence Weiner.


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