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De Stijl

1917 wurde die Künstlerbewegung "De Stijl" ins Leben gerufen. Zu den Gründungsmitgliedern zählten Theo van Doesburg, Bart Anthony van der Leck, Piet Mondrian, Jacobus Johannes Pieter Oud, Robert van 't Hoff, Vilmos Huszár und Jan Wils. Zum De Stijl-Kreis gehörten ferner Cornelis van Eesteren, Hans Richter, Gerrit Thomas Rietveld, Truus Schröder-Schräder, Georges Vantongerloo und Friedrich Vordemberge-Gildewart.
Im Jahr der Gründung erschien erstmalig die Zeitschrift "De Stijl", von der die Gruppe ihren Namen entlehnte. Gleichzeitig war das Journal Publikationsorgan der Bewegung, in dem Manifeste und Theorien veröffentlicht wurden.
Das grundlegende Programm wurde 1918 im ersten Manifest formuliert und sollte sich im weiteren Verlauf in der künstlerischen Praxis niederschlagen: Ziel war die völlige Abstraktion, die durch eine Konzentration auf die Grundfarben Rot, Gelb und Blau sowie auf Schwarz, Grau und Weiß, auf einfache geometrische, scharf begrenzte Grundformen und ferner auf eine horizontale und vertikale Durchgliederung der Komposition erreicht wurde. Die vom Menschen hergestellte bildimmanente Ordnung stand in bewusstem Gegensatz zur wild und unkontrolliert wuchernden Natur.
Für die Malerei wegweisend wurden die Gemälde von Piet Mondrian (1872-1944). Piet Mondrian gelangte über eine gründliche Beschäftigung mit den Werken des Kubismus und über eine zunehmende Schematisierung hin zu einer völligen Abkehr vom Gegenständlichen. Piet Mondrians Hauptwerke, in denen stets farbige, weiße oder graue Flächen sowie schwarze Linien vorherrschen, führen die Prinzipien von De Stijl mustergültig vor Augen.
Nicht nur auf die Malerei, auch auf die Bereiche Inneneinrichtung, Design und Architektur wurden die De Stijl-Prinzipien übertragen, wo gemäß Piet Mondrians Auffassung die Farben Ausdruck für feste Materie waren und die Nichtfarben den leeren, offenen Raum symbolisierten.
Die Grundsätze von De Stijl wirkten außerdem prägend auf die Etablierung der geometrischen Abstraktion am Bauhaus, hatte doch Theo van Doesburg (1883-1931) in Weimar einen Kunstkurs angeboten, den viele Bauhäusler besuchten.