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Dekorative Grafik

Dekorative Graphik steht zum einen übergreifend für das Sammelgebiet im Bereich Antiquitäten und Alte Kunst, das u. a. die Gebiete Alte Landkarten und Alte Stadtansichten umfaßt, zugleich bezeichnet es innerhalb dieses Bereiches ein eigenes Sammelgebiet. Meistens befassen sich Sammler und Händler mit der Dekorativen Graphik im allgemeinen Sinn. - Sammelgegenstand ist die Druckgraphik des 15. bis 20. Jhs. der verschiedensten Genres und Sujets, d. h. Holzschnitte, Radierungen, Kupferstiche, Lithographien, Aquatinten, Stahlstiche, Holzstiche und ihre zahlreichen Variationen, meist koloriert oder in Farbe gedruckt, die den Betrachter über Kostüme, Pflanzen, Tiere, Mode, Uniformen und dergleichen informieren sollen.

Die Einzelstücke der Dekorativen Graphik werden dadurch charakterisiert, daß sie von einer Druckplatte in eine bestimmten, unterschiedlich hohen Auflage entstanden sind und daher von vornherein nie als Unikat bzw. "Original" existieren wie z. B. Gemälde oder Zeichnungen. - Die Themen der Dekorativen Graphik sind vielfältig und zahlreich und umfassen (neben Topographie und Landkarten) Darstellungen aus dem Bereichen Pferde, Jagd, Botanik, Zoologie, Buchillustration, Mythologie, religiöse Motive, Genre, Kostüme und Mode, Sport, Schiffe, Porträts, Militaria, Karikaturen und Varia.

Ursprung der Dekorativen Graphik sind meist illustrierte Bücher, aus denen die Sammlungen entfernt wurden. Bekannteste Titel sind darunter: De re Metallica von Agricola (1530) mit seinen Holzschnitt-Berufsdarstellungen; die 35-bändige Encyclopédie von D. Diderot (1751-1780), deren zahllose groß- und kleinformatige Kupferstiche zu Handwerk und Technik auf Auktionen verbreitete Sammelobjekte sind; Der Ausruf in Hamburg von C. Suhr (1808) mit seinen schönen kolor. Aquatintatafeln Hamburger Händler und Händlerinnen; die Holzschnitte von J. Amman (1539-91) in Bibeln, Historien-, Jagd-, Trachten- und Wappenbüchern; die Holzschnitte der frühen Kräuterbücher wie Gart der Gesundheit (1468) ; das prachtvolle botanische Werk Hortus Eystettensis von B. Besler (1613), dessen kolor. Kupferstiche auf Auktionen zu begehrten Einzelobjekten gehört; die schönen Blumen- und Insektenkupferstiche aus den Werken der Maria Sibylla Merian (1647-1717); die großen und kleinen Rosen sowie Lilien des französischen Blumenmalers und Kupferstechers Pierre-Joseph Redouté (1759-1840); die prachtvollen Jagddarstellungen von J. E. Ridinger (1698-1767) und die Reit- und Jagdszenen des englischen Malers und Radierers H. Alken (1784-1851); im Bereich Militaria Die Armee Friedrich’s des Grossen in ihrer Uniformierung (Berlin 1851-57) von A. von Menzel sowie und zahlr. weitere.



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