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Der Deutsche Künstlerbund

Der Deutsche Künstlerbund wurde 1903 in Weimar gegründet und vereinte verschiedene Künstler, Kunsthistoriker und allgemeine Kunstinteressierte, deren progressive Kunstauffassung mit der konservativen Kunstpolitik Kaiser Wilhelms II. unvereinbar war. Die Mitglieder des Deutschen Künstlerbundes stammten vorwiegend aus den bereits in verschiedenen Städten gegründeten Sezessionen. Somit waren sie schon aus dem offiziellen institutionellen Rahmen ausgetreten und vertraten eine Vielfalt an stilistischen Tendenzen, die von Naturalismus und Impressionismus bis hin zu Symbolismus und Jugendstil reichten.
Der Deutsche Künstlerbund entsprach nicht dem Wunsch, eine bestimmte künstlerische Bewegung zu fördern. Vielmehr handelte es sich dabei um eine Antwort auf den institutionellen Traditionalismus der Kunstgenossenschaft, wobei der Künstler und nicht die Kunstbürokratie im Vordergrund stehen sollte. Diese Zielsetzung zeigte sich hauptsächlich in einer freieren Ausstellungspolitik und in der Kunstförderung. So fanden die Mitglieder des Deutschen Künstlerbundes ihr Publikum vornehmlich im Bildungsbürgertum. Die individuelle Förderung durch private Mäzene ersetzte die großen offiziellen Aufträge als Haupteinkommensquelle des modernen Künstlers.
Zu den prominentesten Mitgliedern des Deutschen Künstlerbundes zählen Max Liebermann, Walter Leistikow, Lovis Corinth, Max Klinger, Hans Thoma, Fritz von Uhde, Henri van de Velde und viele mehr. Der Deutsche Künstlerbund wurde 1936 durch die Nationalsozialisten aufgelöst und 1950 neu gegründet.